Kai Wegner sollte in Berlin zurücktreten

Und drittens: Kai Wegners Zeit als Regierender Bürgermeister von Berlin ist ohnehin abgelaufen. Im September wird ein neuer Senat gewählt. Wegner hat keine Mehrheit mehr in den Umfragen. Seit er im Amt ist, ist Berlin nicht einen Deut sicherer oder sauberer geworden. Das aber hatte er versprochen, ebenso wie eine große Verwaltungsreform, von der noch wenig zu sehen und zu spüren ist. Wegner ist kaum präsent in der Stadt, Berlin bemerkt ihn eigentlich kaum. Ihm fehlt das Gewinnende eines Wowereits, das immerhin Zuverlässige eines Müllers, das Gefühlige einer Giffey oder zumindest der Schal von Walter Momper.

Wegner hat den Berlinern nie eine überzeugende Geschichte von sich erzählt, warum er „ihr Regierender“ sein soll. Den Fauxpas des Tennisspielens mitten in der Stromkrise hätten sie einem Klaus Wowereit vermutlich verziehen. Einem Eberhard Diepgen vielleicht auch und einem Willy Brandt ohnehin. Wegner aber werden sie im September krachend aus dem Amt wählen. Er täte daher gut daran, jetzt zurückzutreten und sofort Platz für jemanden zu machen, der die CDU mit frischem Wind in den Wahlkampf führen kann.

Seinen Beraterstab, der nicht den Mut hatte, ihm den Tennisschläger aus der Hand zu nehmen, sollte Wegner gleich mitnehmen. Und seine Bildungssenatorin und Lebensgefährtin auch. Sie stand mit ihm auf dem Tennisplatz, im Wissen, dass im Südwesten ihrer Stadt die Schulen ohne Strom und Heizung waren, dort die Wasserrohre zu platzen drohten und Tausende Schüler tagelang zu Hause bleiben mussten. Und hatte offenbar nichts Besseres zu tun. Was für Wegner gilt, gilt auch für Katharina Günther-Wünsch.

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