Oft beobachtete Wirkung
Albträume durch Kaffee-Entzug: Was die Schlafforschung weiß
Aktualisiert am 04.04.2026 – 16:45 UhrLesedauer: 3 Min.
Wer eine Zeit lang auf Kaffee verzichtet, schläft oft besser. Doch manche Menschen berichten von besonders intensiven Träumen in dieser Zeit, sogar von Albträumen.
Kaffee gehört zu den Lieblingsgetränken der Deutschen und gilt unter anderem als gesund für das Herz-Kreislauf-System und die Leber. Dennoch gibt es gute Gründe, gelegentlich auf das koffeinhaltige Getränk zu verzichten, etwa bei Einschlafproblemen, Nervosität oder einfach, um dem Gewöhnungseffekt entgegenzuwirken.
Doch manche Menschen bemerken bei ihrer Koffeinpause oft eine überraschende Veränderung: Die Träume werden lebhafter, bunter, manchmal auch bizarrer. Einige berichten sogar von Albträumen. Aber wie hängt das mit dem Koffeinkonsum zusammen? Ein Überblick der aktuellen Forschung.
Koffein wirkt im Gehirn als Wachmacher. Es blockiert dort den Botenstoff Adenosin, der eigentlich dafür sorgt, dass wir im Laufe des Tages müde werden. Trinken wir Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke, fühlen wir uns wacher – obwohl das Adenosin weiter ansteigt. Wenn die Wirkung des Koffeins nachlässt, setzt der sogenannte „Koffein-Crash“ ein: Die Müdigkeit schlägt dann umso stärker zu.
Je später am Tag wir Koffein zu uns nehmen, desto mehr beeinflusst es auch unsere Nachtruhe. Studien zeigen, dass Koffein dazu führen kann, dass man häufiger aufwacht und insgesamt kürzer schläft. Es stört zudem besonders den Tiefschlaf, also die Phase, in der sich unser Körper erholt. Und auch der REM-Schlaf – jene Schlafphase, in der wir träumen – könnte durch die allgemein schlechtere Schlafqualität gestört sein.
Die australischen Schlafforscherinnen Charlotte Gupta und Carissa Gardiner erklären: Zwar gebe es bislang keine direkte Studie, die Koffeinentzug mit lebhafterem Träumen belegt. Aber die wissenschaftliche Logik dahinter sei nachvollziehbar. Wenn wir auf Kaffee verzichten, hole sich der Körper offenbar zurück, was ihm bisher gefehlt hat – darunter auch mehr REM-Schlaf. Und weil wir in dieser Schlafphase besonders intensiv träumen, könne es passieren, dass wir uns plötzlich auch häufiger und deutlicher an unsere Träume erinnern.
Dazu kommt: Der REM-Schlaf ist auch die Schlafphase, aus der wir nachts am wahrscheinlichsten aufwachen. Wenn wir aus dem REM-Schlaf aufwachen, erinnern wir uns wahrscheinlicher an unsere Träume, weil sie noch frisch in unserem Gedächtnis sind.
Das bedeutet: Nicht der Koffeinentzug selbst löst die Träume aus, sondern der erholsamere Schlaf, den wir dadurch bekommen.
