
Kälteinbruch im Nachbarland
Rekord in Österreich – kälteste Nacht seit 2012
Aktualisiert am 09.01.2026 – 02:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Winter hat auch Österreich fest im Griff. Nun ist auch ein über zehn Jahre alter Wetterrekord bei Minusgraden im Nachbarland geknackt worden.
Bereits die Nacht zu Donnerstag war die kälteste in Österreich seit dem Jahr 2012: In Liebenau-Gugu (Oberösterreich), direkt an der Grenze zum Waldviertel, rutschte das Thermometer auf exakt minus 27,9 Grad. In Schwarzau im Freiwald (Bezirk Gmünd) waren es minus 25,9 Grad. Den dritten Platz schnappte sich der Brunnenkogel in Tirol mit minus 22,8 Grad.
Hinter den extrem niedrigen Temperaturen steckt aber nicht der Zufall. Es handelt sich offenbar um ein besonderes Wetterphänomen, wie unter anderem „Heute.at“ berichtet.
In den Senken des Freiwalds können bei sternklaren und windstillen Nächten sogenannte Kaltluftseen entstehen. Dabei sinkt die kalte Luft bis in Bodennähe ab, was zu extrem niedrigen Temperaturen führen kann. Unter optimalen Bedingungen kann das Thermometer in diesen Kaltluftseen sogar bis zu minus 30 Grad anzeigen. Das Phänomen spielt sich allerdings auf engstem Raum ab. Am Rand der Senken kann es schon wieder 15 Grad wärmer sein.
Das Phänomen Kaltluftsee ist nur von kurzer Dauer und besteht lediglich für wenige Nachtstunden. Mit dem Tageslicht erwärmt sich die Luft, wodurch diese Kaltluftseen schnell verschwinden. Auch Wind oder aufkommender Nebel können den Effekt stören. Die Temperaturen können dann innerhalb von Minuten wieder ansteigen.
Auch Deutschland, das von kalter Polarluft getroffen wird, ächzt unter deutlichen Minustemperaturen: In dem erzgebirgischen Ort Kühnhaide wurden am frühen Donnerstag Temperaturen von minus 27,8 Grad gemessen. Das meldete das MDR-Wetterstudio am Vormittag.