Justiz prüft Vorwürfe gegen Werksleiter

Anzeige gegen Anzeige

Eklat in Grünheide: Justiz ermittelt bei Tesla


19.02.2026 – 14:28 UhrLesedauer: 2 Min.

Juristischer Schlagabtausch: Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen gegenseitiger Anzeigen bei Tesla in Grünheide. (Quelle: IMAGO/Joko)

Schwere Vorwürfe und gegenseitige Strafanzeigen: In Grünheide führen Tesla und die IG Metall einen Rechtsstreit. Im Zentrum des Disputs steht der Werksleiter.

Der Streit zwischen Tesla und der IG Metall beschäftigt nun auch die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder). Die Behörde leitete Ermittlungsverfahren gegen beide Seiten ein. Auslöser ist eine Betriebsratssitzung, die mit einem massiven Vorwurf endete.

Gegen Tesla-Werksleiter André Thierig wird wegen übler Nachrede ermittelt. Die IG Metall erstattete Anzeige und will dem Werksleiter eine heikle Aussage verbieten (siehe unten). Die Gewerkschaft spricht von einer Schmutzkampagne kurz vor der Betriebsratswahl.

Zuvor hatte Tesla selbst die Justiz eingeschaltet. Das Unternehmen wirft einem Gewerkschafter vor, am 10. Februar eine Sitzung heimlich mit einem Laptop aufgezeichnet zu haben. Die Staatsanwaltschaft prüft nun zwei Vorwürfe:

Laut Thierig gibt es Dutzende Zeugen für den Vorfall. Der IG-Metall-Vertreter habe vor diesen Zeugen erklärt, er habe vergessen, sein Mikrofon auszuschalten. Die Gewerkschaft weist das zurück: Der Laptop habe lediglich zum Anfertigen eines schriftlichen Protokolls gedient. Der Vertreter habe den Ermittlungsbehörden angeboten, seinen Laptop für eine Untersuchung zur Verfügung zu stellen. „So können die Ermittler sehr schnell erkennen, dass er anders als von Tesla behauptet die Betriebsratssitzung nicht aufgezeichnet hat“, teilte die IG Metall mit.

Der Streit landet nun vor dem Arbeitsgericht Frankfurt (Oder). Wie eine Gerichtssprecherin mitteilte, wurde das Verfahren bereits eingeleitet. Die Verhandlung findet am 26. Februar statt. Die IG Metall will dem Tesla-Werksleiter Thierig per einstweiliger Verfügung untersagen lassen, seine Behauptungen weiter zu verbreiten.

Hinter dem Schlagabtausch steht ein Grundsatzstreit. Die IG Metall fordert bei Tesla seit Jahren einen Tarifvertrag. Konzernchef Elon Musk lehnt das strikt ab. Die Fabrik in Grünheide mit rund 11.000 Mitarbeitern ist das einzige europäische Tesla-Werk.

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