Teenager ist tatverdächtig

Junge vor Supermarkt totgefahren: Mutter unter Tränen im Gericht


Aktualisiert am 11.03.2026 – 13:18 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Angeklagte verdeckt sein Gesicht im Sitzungssaal des Landgerichts Heilbronn: Ihm wird Mord aus niedrigen Beweggründen vorgeworfen. (Quelle: Bernd Weißbrod/dpa)

Ein Streit eskaliert – und ein Kind lebt nicht mehr. Die Vorwürfe gegen einen 18-Jährigen wiegen schwer. Jetzt spricht er.

Kurz vor der Tat sollen der Angeklagte und das spätere Opfer laut Staatsanwaltschaft in Streit geraten sein. Dem Bericht zufolge soll es bei dem Streit um Kleingeld gegangen sein. Dann habe das Kind gedroht, das Auto des 18-Jährigen zu zerkratzen. Dadurch habe dieser sich zutiefst gekränkt gefühlt. Die Staatsanwältin sagte zum Prozessauftakt, der junge Mann sei „von Rache getrieben“ gewesen und habe beschlossen, den Zwölfjährigen „als Mittel zur Machtdemonstration massiv abzustrafen“. Dann habe er den Jungen, der auf einem Fahrrad unterwegs war, mit seinem Auto verfolgt und überfahren. Der Junge starb noch auf dem Supermarkt-Parkplatz.

Der Angeklagte äußerte sich am ersten Prozesstag über seinen Anwalt. Gemäß seiner eigenen Darstellung gab der Angeklagte zu viel Gas, als er nach dem Streit überstürzt den Parkplatz verlassen wollte. „Wie bei einem Kavalierstart“ sei das gewesen und ein Fahrfehler. Nie habe er den Jungen anfahren wollen. „Ich spürte nur einen Schlag, als wäre ich gegen einen Bordstein gefahren“, hieß es in der Einlassung weiter.

Das Gericht muss nicht nur die Schuldfrage klären, sondern auch, ob für den Angeklagten das Jugendstrafrecht angewendet werden muss. Im Fall einer Verurteilung wegen Mordes würden dann lediglich zehn Jahre Gefängnis drohen. Nach dem Erwachsenenstrafrecht wird Mord mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe geahndet.

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