Bundestrainer Jürgen Klopp

Willkommen in der Realität


05.10.2026 – 14:55 UhrLesedauer: 4 Min.

Jürgen Klopp: Der neue Bundestrainer hat seine ersten vier Länderspiele hinter sich.

Jürgen Klopp: Der neue Bundestrainer hat seine ersten vier Länderspiele hinter sich. (Quelle: IMAGO/Herbertz / Nico Herbertz)

Jürgen Klopp hat in seinen ersten Länderspielen viele Informationen über seine Spieler gesammelt. Und auch die eine oder andere Erkenntnis über seinen Job gewonnen.

Aus Thessaloniki berichtet Benjamin Zurmühl

Jürgen Klopp hat gelernt, was es heißt, Bundestrainer zu sein. Sowohl im positiven als auch negativen Sinne. Positiv war die Zusammenarbeit mit der Mannschaft. Schon bei der Nominierung ging die Freude los. Insgesamt 44 Spieler wählte er aus. „Die Zusammenstellung des Kaders hat Spaß gemacht“, erklärte der Bundestrainer vor den Länderspielen. Aber auch das Training und die Spiele erfreuten Klopp. Der 59-Jährige war am Sonntagabend nach dem 0:0 in Griechenland „überrascht“, wie viel die Mannschaft nach dieser kurzen Zeit schon von seinem Plan umgesetzt hatte. Die 90 Minuten zuvor seien ein „unglaubliches Fußballspiel“ gewesen.

Noch mehr Freude hatte ihm der Heimsieg gegen Serbien wenige Tage zuvor bereitet. Weit über 60.000 Menschen feierten Klopp und seine Mannschaft nach dem 2:0-Erfolg in München. Für ihn war es ein „perfekter Abend“. Die Ehrenrunde im Stadion genoss er in vollen Zügen. „Die Fahnen, die La-Ola-Welle, es war wundervoll. Schon vor dem Spiel reinzukommen und Schwarz-Rot-Gold zu sehen, da ist mir das Herz aufgegangen“, schwärmte er im Anschluss.

Neben all dem Positiven lernte Klopp aber auch die Schattenseiten des Jobs kennen. Von großen Vereinen wie Borussia Dortmund oder dem FC Liverpool war er es gewohnt, ständig bewertet zu werden. Doch bei der Nationalmannschaft ist der Fokus noch schärfer. Den Grund dafür trug Klopp dieser Tage als Schriftzug auf dem Kopf: Er ist „Einer von 83 Millionen“ Bundestrainern.

Jürgen Klopps neue Lieblingskappe. (Quelle: IMAGO/Ulrich Hufnagel)

Die Frage, ob die Nationalmannschaft mit oder ohne Joshua Kimmich im Mittelfeld besser dran ist, sie erreichte Klopp nach eben jenem Serbien-Spiel, das ihn so glücklich gemacht hatte. Gegen Serbien gewann Deutschland ohne Kimmich, gegen die Niederlande und Griechenland zuvor hatte Deutschland mit ihm keinen Sieg eingefahren. Schon entbrannte unter Fans und Medien eine Debatte, die Klopp versuchte, im Keim zu ersticken.

Er betonte Kimmichs Qualitäten, lobte ihn und seine Teamkollegen. „Das Mittelfeld hat ein richtig gutes Spiel gemacht. Jetzt stellt euch vor, wir hätten in Deutschland genau drei Mittelfeldspieler. Wie kacke wäre das denn?“, fragte er zwei Tage nach dem Spiel, um kurz danach ohne eine weitere Nachfrage anzufügen: „Ich gebe auf, offiziell. Zu dem Thema, ich gebe jetzt auf. (…) Macht, was ihr wollt. Ich bin total happy und freue mich, dass Jo Kimmich deutscher Nationalspieler ist.“

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