Judith Rakers über sexualisierte Gewalt

„Hören Sie auf, sich an den Penis zu fassen“


Aktualisiert am 31.03.2026 – 10:40 UhrLesedauer: 3 Min.

Moderatorin Judith Rakers berichtet über einen Vorfall in ihrer Kindheit (Archivbild): Ihr Vater hat sie auf sexuelle Übergriffigkeit durch Männer vorbereitet. (Quelle: IMAGO/STAR-MEDIA/imago)

Der Fall von Collien Fernandes beschäftigt auch die Moderatorin Judith Rakers. In ihrem Podcast spricht sie über Erfahrungen zum Thema sexualisierte Gewalt durch Männer.

Dass die Scham nicht mehr bei den Opfern liegen soll, sondern bei den Tätern, stammt von Gisèle Pélicot, die im Jahr 2024 durch den Prozess gegen ihren Ex-Mann und über 50 weitere Vergewaltiger international bekannt wurde. Der Satz wurde zum zentralen Slogan der Me-Too-Bewegung – und erfährt durch den Fall Fernandes eine traurige Aktualität.

Auch Judith Rakers, die lange in Hamburg lebte, widmet sich in ihrem gemeinsamen „ARD“-Podcast „Was war los gewesen“ mit der Moderatorin Ariana Baborie dem Thema. Und spricht offen über ihre eigenen Erfahrungen zu sexualisierter Gewalt durch Männer. Jede ihrer Freundinnen und auch sie selbst hätten fünf bis zehn Situationen erlebt, in denen sie „sexueller Gewalt ausgeliefert waren, die abwehren mussten oder sogar zum Opfer wurden“.

Rakers berichtet von einem eigenen Erlebnis aus ihrer Kindheit. Um zum Gymnasium nach Paderborn zu gelangen, musste sie rund 35 Minuten mit dem Bus fahren. Sie sei bei ihrem alleinerziehenden Vater aufgewachsen und habe ein sehr positives Beispiel in ihrem Leben gehabt. „Der hat mich schon damals darauf vorbereitet, was passiert, wenn sich ein Mann neben mich setzt und anfängt, an sich rumzuspielen“, erzählt Rakers. „Und du glaubst es nicht: Es ist natürlich passiert!“

Rakers sagt, es habe sich ein Mann während dieser Busfahrt direkt neben sie gesetzt und an seinem Geschlechtsteil „herumgespielt“ und auch seinen Arm an ihr gerieben. „Und ich bin aufgestanden und habe gebrüllt: ‚Hören Sie auf, sich an den Penis zu fassen!'“, so Rakers. Damals war die Moderatorin elf Jahre alt. Der Mann sei sofort aufgesprungen und an der nächsten Haltestelle ausgestiegen.

Rakers berichtet von einem weiteren Vorfall im Bus, der einer ihrer Freundinnen passiert ist. Die beiden Mädchen mussten auf der besagten Busfahrt stehen, weil es so voll war und wurden durch die Menschenmassen getrennt. Sie habe ihre Freundin im Blick gehabt und sich über ihren seltsamen Gesichtsausdruck gewundert. Nach dem Aussteigen sei das Mädchen in Tränen ausgebrochen. Was war geschehen? Während der Busfahrt habe ein Mann sie angefasst, zwischen den Beinen, und „sie wusste überhaupt nicht, was sie machen soll“, erzählt Rakers. „Und hat sich fürchterlich geschämt.“

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