„Sollten erst mal mit jedem sprechen“

JU-Politikerin fordert Gespräche zwischen CDU und AfD

14.09.2026 – 08:00 UhrLesedauer: 2 Min.

Clara von Nathusius (Archivbild): Die Schatzmeisterin der Jungen Union kritisiert Bundeskanzler Merz. (Quelle: Hannes P Albert/dpa)

Der Druck auf Bundeskanzler Merz wächst. Jetzt fordert eine Vertreterin der JU, in Sachsen-Anhalt in Gespräche mit der AfD zu gehen.

Die Bundesschatzmeisterin der Jungen Union, Clara von Nathusius (CDU), hat sich nach dem Wahlsieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt offen für Gespräche mit der Rechtsaußenpartei gezeigt. „Ich finde, wenn wir eingeladen werden, sollten wir erst mal mit jedem sprechen“, sagte von Nathusius am Sonntag in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“.

Dann müsse geschaut werden, was bei solchen Gesprächen „tatsächlich rauskommt“, fügte sie hinzu. „Ich glaube, wir haben klare Maßstäbe, wofür die CDU steht. Und die sind in Bund und in Ländern aber auch nochmal anders.“

  • „Nicht verstanden, um was es geht“: CDU-Kritik an Merz wird lauter
  • „Caren Miosga“ zur Regierungskrise: „Man tauscht nicht mal eben einen Kanzler aus“

Die JU-Politikerin bezeichnete die Brandmauer zur AfD als „ein gescheitertes Projekt“. Die CDU habe die vergangenen Jahre nur damit verbracht zu definieren, „gegen wen oder was wir sind und nicht zu definieren, wofür wir stehen“, sagte von Nathusius, die dem Bundesvorstand der CDU-Nachwuchsorganisation angehört. Als Punkte nannte sie soziale Marktwirtschaft, „die Migration angehen“ und „endlich wieder Politik für Familien“. Dahin müsse die Union „jetzt dringend kommen“.

Loading…

Embed

JU-Politikerin: Mit Merz keine Wahl mehr zu gewinnen

Von Nathusius übte scharfe Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Die Union habe ein Glaubwürdigkeitsproblem und das liege auch an Merz. „Und deswegen glaube ich leider, sind mit diesem Bundeskanzler keine Wahlen mehr zu gewinnen.“ Auf Nachfrage präzisierte von Nathusius, dies bedeute: „Nicht noch mal antreten.“

Merz steht seit dem Wahldebakel in Sachsen-Anhalt in den eigenen Reihen massiv unter Druck. Die in Sachsen-Anhalt bisher regierende CDU hatte bei der Wahl in dem Bundesland vor einer Woche mehr als die Hälfte ihrer Stimmen verloren. Die AfD siegte mit einem Rekordergebnis von 43,8 Prozent. Damit könnte erstmals in der bundesdeutschen Geschichte eine als in Teilen rechtsextremistisch eingestufte Partei eine Landesregierung bilden.

Share.
Die mobile Version verlassen