CDU in Berlin

JU-Chef fordert Wegners Verzicht auf Spitzenkandidatur

09.07.2026 – 07:15 UhrLesedauer: 3 Min.

Kai Wegner (Archivbild): Er ist derzeit großem Druck ausgesetzt – auch innerhalb der Partei. (Quelle: IMAGO/Metodi Popow)

Der JU-Chef in Berlin sieht die Glaubwürdigkeit von Kai Wegner beschädigt. Für die Abgeordnetenhauswahl fordert er einen Neuanfang an der Spitze.

Der Chef der Jungen Union Berlin, Harald Burkart, hat den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner aufgefordert, auf die CDU-Spitzenkandidatur für die Abgeordnetenhauswahl zu verzichten. Burkart äußerte sich gegenüber dem Nachrichtenportal „The Pioneer“: „Kai Wegner sollte heute unmissverständlich erklären, dass er nicht mehr als Spitzenkandidat für das Amt des Regierenden Bürgermeisters antritt.“

Dieser Schritt wäre nach der Einschätzung Burkarts „im Interesse der Stadt und der Partei“. Stattdessen solle jemand kandidieren, der in seiner persönlichen Integrität „unangreifbar“ sei.

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Kritik an Wegners Verhalten während des Stromausfalls

Wegner war bereits während des tagelangen Stromausfalls in Berlin Anfang Januar in die Kritik geraten, unter anderem, weil er ein etwa einstündiges Tennismatch am ersten Tag gegen Mittag zunächst verschwiegen hatte. Bis heute ist nicht lückenlos klar, mit welchen Stellen er wann auf welche Weise Kontakt hatte.

Am Dienstag berichtete der „Tagesspiegel“ mit Berufung auf Informationen der Staatskanzlei, der CDU-Politiker habe anders als zunächst behauptet am 3. Januar vormittags nicht dienstlich zu dem Blackout telefoniert. Vor 12.45 Uhr sei kein Telefonat geführt worden.

„Vielmehr fand der Austausch per Textnachrichten statt“, teilte die Senatskanzlei der Zeitung mit. Um 12.45 Uhr telefonierte Wegner demnach mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD). Im Interview mit Welt TV hatte Wegner am 7. Januar gesagt: „Ich habe in der Tat um 8.08 Uhr begonnen, die Telefonate zu führen. Ich habe mit den Krisenstäben telefoniert, mit Stromnetz.“

Zweifel an Wegners Darstellung der Dinge

Daran kamen jedoch bald Zweifel auf. Der „B.Z.“ sagte Wegner am 24. März: „Ja, ich habe kommunikative Fehler gemacht und möchte mich dafür bei allen Berlinerinnen und Berlinern entschuldigen.“ Die Zeitung berichtete damals, Wegner habe vormittags über Textnachrichten mit seinem Stab kommuniziert, erwähnte aber kein dienstliches Telefonat.

„Durch meine Aussagen Anfang Januar ist ein Eindruck entstanden, den ich bis heute sehr bedauere“, teilte Wegner am Mittwoch auf der Plattform X mit. Er habe am 3. Januar vor 13 Uhr zwei Telefonate geführt und darüber hinaus vor allem per Textnachrichten kommuniziert.

Darüber habe er bereits im März mit den Zeitungen „Bild“ und „B.Z.“ gesprochen und sich dafür bei den Berlinerinnen und Berlinern entschuldigt. „Für mich ist entscheidend, aus Fehlern zu lernen und es künftig besser zu machen“, schrieb Wegner weiter in dem X-Beitrag.

„Glaubwürdigkeitsproblem an der Spitze“

Am Ende habe Berlin die Stromkrise deutlich schneller bewältigt als zunächst angenommen wurde. „Das zählt für mich“, betonte der Regierende Bürgermeister. Sein Dank gelte allen, die daran beteiligt waren.

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