Ex-Außenminister

Joschka Fischer über AfD-Erfolge: „Spinnen die Deutschen wieder?“


26.05.2026 – 07:38 UhrLesedauer: 2 Min.

Joschka Fischer auf der Digitalmesse re:publica: Der Ex-Außenminister warnt vor der AfD. (Quelle: IMAGO/Agentur Wehnert/M.Gränzdörfer/imago)

Joschka Fischer schlägt Alarm: Eine AfD an der Macht würde das internationale Vertrauen in Deutschland zum Kollabieren bringen. Der Ex-Außenminister findet auch klare Worte zu Altkanzler Schröder.

Der frühere Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) hat die CDU eindringlich vor einer Kooperation mit der AfD gewarnt. „Es gibt, unter der Oberfläche, eine Debatte in der CDU, ob sie nicht mit der AfD kooperieren, sogar koalieren kann“, sagte Fischer dem „Tagesspiegel“ laut Meldung vom Sonntag. „Eine solche Zusammenarbeit würde die CDU nicht überleben. Es würde sie spalten.“

Ein Ende der CDU wiederum würde Deutschland „erheblich destabilisieren“, warnte Fischer. Die Frage, ob er Kanzler Friedrich Merz (CDU) die Äußerung abnehme, niemals mit der AfD zu koalieren, bejahte Fischer.

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Angesichts der derzeit hohen Umfragewerte für die in Teilen rechtsextreme Partei warnte der frühere Chefdiplomat generell vor einer Regierungsverantwortung für die AfD. Das wäre „ein schwerer Schlag für die deutsche Demokratie“ und das internationale Vertrauen in Deutschland würde in einem solchen Falle „kollabieren“. Europa habe keine Zukunft, wenn in den wichtigsten europäischen Ländern Nationalisten an die Macht kämen.

„Wenn Sachsen-Anhalt so wählt, wie es die Umfragen jetzt zeigen, werden die Menschen vor Ort einen hohen Preis bezahlen. Und wir mit ihnen“, so Fischer. „Sollte die AfD in einem Land an die Macht kommen, wird man sich in Polen und Frankreich fragen, ob es wieder so weit ist. Wir werden dann die Frage hören: Spinnen die Deutschen jetzt wieder?“

Fischer über Schröder: „Damit hat er sich selbst geschadet“

In dem Interview äußerte sich Fischer auch kurz zum früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), in dessen rot-grüner Regierung Fischer bis 2005 Außenminister und Vizekanzler war. „Ich habe mit diesem Mann gut zusammengearbeitet, aber ich teile seine Haltung zu Russland null Komma null“, so Fischer. „Doch ich trete nicht nach.“

Gerhard Schröder (vorn) und Bundesaußenminister Joschka Fischer (Archivbild): Ihre Koalition zerbrach. (Quelle: Peer Grimm)
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