
Bundesamt widerspricht Meteorologen
„In diesem Punkt hat Herr Kachelmann Unrecht“
26.01.2026 – 17:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Karten des Umweltbundesamtes leuchten gefährlich rot. Was ist die Ursache? Jörg Kachelmann hat eine eindeutige Meinung – aus dem Amt kommt allerdings teilweise Widerspruch.
Deutschland sitzt unter einer Giftglocke: In weiten Teilen des Landes ist die Feinstaubkonzentration so hoch, dass die Schadstoffkarte des Umweltbundesamtes derzeit leuchtend rot strahlt.
Sicher ist, dass dies Auswirkungen auf die Gesundheit der Bürger hat: Besonders die Belastung mit Feinstaubteilchen mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometern ist aktuell ein Problem. Diese Teilchen können bis in die Lungenbläschen gelangen, dort führen sie zu Entzündungen und bedeuten Stress für menschliche Zellen.
Das nordrhein-westfälische Landesamt für Natur, Umwelt und Klima hebt hervor: „Bei einer langfristigen Belastung können schädliche Effekte auf die Atemwege, das Herz-Kreislaufsystem und das Nervensystem hervorgerufen werden.“
Aber über die Ursache für die Belastung ist ein Streit entbrannt. Die „Bild“-Zeitung berichtete, zumindest in Berlin sei mehr als die Hälfte des Feinstaubs durch den Wind aus Polen gekommen.
Der Meteorologe Jörg Kachelmann schrieb daraufhin bei X: „‚Bild‘ lügt. Der Smog ist hausgemacht.“ Verantwortlich seien die geförderten Holz- und Pelletöfen im „Drecksland“ Deutschland.
Die aktuellen Daten würden allerdings etwas anderes aussagen, erklärte Ute Dauert, Leiterin des Fachgebietes „Beurteilung der Luftqualität“ im Umweltbundesamt, t-online auf Anfrage: „In diesem Punkt muss ich Herrn Kachelmann widersprechen, da hat er Unrecht.“
Grundlage sind Zahlen der EU-Beobachtungsstelle Copernicus. Sie zeigen deutlich: In Berlin gehen derzeit tatsächlich 55,4 Prozent der Feinstaubteilchen auf das Konto Polens. Auch in Hamburg sind es noch 46,7 Prozent. In München kommt hingegen das meiste aus Deutschland selbst, an zweiter Stelle steht in Bayerns Landeshauptstadt Österreich.