
Neue Erkenntnisse
Das kann passieren, wenn Sie jeden Tag Mundspülung benutzen
Aktualisiert am 24.12.2025 – 06:51 UhrLesedauer: 3 Min.
Viele Menschen greifen jeden Tag zur Mundspülung, um Zähne und Mundraum sauber zu halten. Dass das nicht immer unbedenklich ist, zeigen neue Studien.
Die Mundflora hat einen maßgeblichen Einfluss auf unsere Gesundheit. Die richtige Mund- und Zahnhygiene ist deshalb wichtig. Dazu gehören täglich zweimal Zähneputzen – und für viele auch die Mundspülung. Doch sollte man sie jeden Tag benutzen? Die kurze Antwort: Es kommt darauf an. Lesen Sie hier, welche Mundspülung wie oft empfohlen wird und was Sie bei der Anwendung beachten sollten.
Ein frischer Atem und die Bekämpfung von Bakterien sind die Hauptversprechen von Mundspülungen – oft auch Mundwasser genannt. Die meisten Produkte sind laut Herstellerangaben für die tägliche Mundreinigung geeignet und können somit über einen längeren Zeitraum zur Anwendung zu kommen.
Doch neue Studien legen nahe, dass der regelmäßige Gebrauch von Mundspülungen mehr Schaden anrichten könnte, als bisher angenommen wurde. Ein Forscherteam der Universitäten Antwerpen und Kapstadt hat genauer untersucht, wie alkoholhaltige Mundspülungen die Bakterienzusammensetzung im Mund beeinflussen. Die Studienteilnehmer spülten drei Monate lang mit dem Markenprodukt „Listerine Cool Mint“ und anschließend drei Monate lang mit einem Placebo-Mundwasser ohne Wirkstoffe.
Das Ergebnis: Die Verwendung des antibakteriellen Mundwassers Listerine führte zu einer Zunahme zweier schädlicher Bakterienarten – Fusobacterium nucleatum und Streptococcus anginosus. Diese Mikroben stehen im Verdacht, Zahnfleischerkrankungen wie Parodontose zu fördern und sogar Darmkrebs zu begünstigen. Experten raten deshalb davon ab, täglich alkoholhaltige Spülungen zu verwenden.
Auch eine australische Studie aus dem Jahr 2015 fand heraus, dass eine chlorhexidinhaltige Mundspülung schaden kann. Der Grund: Sie kann den Blutdruck erhöhen. Schon nach drei Tagen stieg der Blutdruck der Probanden um durchschnittlich 2,3 mmHg an. Chlorhexidin ist ein Antiseptikum und wird als Inhaltsstoff in desinfizierenden Salben, Cremes, Hautlösungen sowie Mund- und Zahnpflegeprodukten verwendet.
Eine neuere US-amerikanische Studie beobachtete 540 Männer und Frauen über drei Jahre hinweg. Die Ergebnisse waren alarmierend: Personen, die zweimal täglich oder öfter eine antibakterielle Mundspülung nutzten, hatten fast doppelt so häufig Bluthochdruck wie diejenigen in der Vergleichsgruppe.
Die Forscher vermuten einen Zusammenhang mit der Nitratverstoffwechselung im Mund: Die antibakteriellen Inhaltsstoffe der Mundspülung könnten Bakterien reduzieren, die Nitrat in Nitrit umwandeln – einen Stoff, der wichtig für die Regulierung des Blutdrucks ist.