
Jean-Luc Dompé ist mit einer Alkoholfahrt durch Hamburg auffällig geworden. Nicht der erste drastische Aussetzer des HSV-Profis. Der Verein muss jetzt Härte zeigen.
Jean-Luc Dompé ist einer der besten Fußballer im Kader des HSV. Gerade deshalb ist sein erneutes Fehlverhalten nicht hinnehmbar. Wer mit 1,4 Promille Auto fährt, anschließend auf einen E-Scooter steigt und dabei bewusst Menschen gefährdet, ist für den HSV nicht mehr haltbar. Der Verein muss Konsequenzen ziehen, auch wenn es sportlich wehtut.
Mit 1,4 Promille gilt ein Mensch als absolut fahruntauglich. Trotzdem setzte sich Dompé am frühen Sonntagmorgen ans Steuer, wurde von der Polizei gestoppt und anschließend ein zweites Mal auffällig. Dass dabei niemand zu Schaden kam, war pures Glück. Es ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Dompé setzte dabei nicht nur seine eigene Gesundheit, sondern auch die anderer fahrlässig aufs Spiel.
Hinzu kommt der sportliche Kontext. Nach dem enttäuschenden 0:0 im Stadtderby bei St. Pauli, in dem Dompé angeschlagen ausgewechselt wurde, steht für den HSV ein wichtiges Spiel gegen Bayern München an. Gerade in so einer Phase hätte sich Dompé auf seine Rückkehr konzentrieren müssen. Stattdessen schwächt er den Verein. Seine Form und die Folgen seines Handelns scheinen ihm egal zu sein. Dafür darf er kein Verständnis erwarten.
Als Profifußballer trägt Dompé Verantwortung. Kinder und Jugendliche orientieren sich an ihren Idolen, Vereine werben für Prävention und Aufklärung. Wer diese Verantwortung wiederholt ignoriert, verspielt das Recht auf Nachsicht.
Der HSV hat Dompé nach eigenen Angaben „eindringlich“ seine Rolle als Vorbild und Repräsentant des Vereins verdeutlicht. Das reicht nicht. Worte allein haben offenkundig nicht gewirkt. Jean-Luc Dompé ist sportlich und moralisch nicht mehr zu halten.
Ja, der HSV benötigt Dompés Qualität. Ja, ein Verzicht kann am Ende teuer werden und zum Abstieg führen. Doch Konsequenz und glaubwürdige Haltung sind mehr wert als kurzfristiger Erfolg. Nach dem Fall Stefan Kuntz hätte der Klub erneut die Chance, klare Grenzen zu ziehen und geschlossen aufzutreten. Der HSV muss sich von Jean-Luc Dompé trennen. Talent darf keine Entschuldigung sein.