„Sein Trainingsstil war etwas zu locker“

Nationaltrainer muss zwölf Tage nach Titelgewinn gehen


02.04.2026 – 22:23 UhrLesedauer: 2 Min.

Japans Trainer Nils Nielsen stemmt die Trophäe nach dem Gewinn der Asienmeisterschaft in die Höhe. (Quelle: IMAGO/imago)

Nils Nielsen gewinnt mit der japanischen Frauen-Nationalmannschaft die Kontinental-Meisterschaft. Wenige Tage später ist er seinen Job los. Die Begründung für die Trennung mutet kurios an.

Nur wenige Tage nach dem Titelgewinn zieht Japans Verband überraschend die Reißleine – und trennt sich von Nationaltrainer Nils Nielsen.

Der 54-Jährige hatte die Auswahl erst am 21. März zum Triumph beim Asien-Cup geführt. Japan gewann im Finale in Sydney mit 1:0 gegen Gastgeber Australien und holte den dritten Titel bei den jüngsten vier Turnieren. Dennoch entschied der Verband, den Vertrag des gebürtigen Grönländers nicht zu verlängern.

Verbandspräsident Tsuneyasu Miyamoto sagte: „Nachdem wir uns Gedanken über den Gewinn großer internationaler Turniere gemacht und verschiedene Faktoren abgewogen haben, kamen wir zu diesem Entschluss.“

Nielsen war seit Dezember 2024 im Amt und der erste im Ausland geborene Trainer der Japanerinnen. Beim Asien-Cup überzeugte das Team mit 29 Toren und nur einem Gegentreffer. Der Coach selbst hatte seine Mannschaft nach dem Erfolg noch gelobt. Sie sei „inspirierend“, zudem sei er „sehr glücklich, mit so guten Spielern zusammenarbeiten zu dürfen“.

Dass es kurz darauf zur Trennung kommen würde, deutete sich zunächst nicht an. Doch innerhalb des Verbands gab es Zweifel. Teamdirektor Norio Sasaki erklärte, mit Nielsen sei ein Titelgewinn bei der WM im kommenden Jahr in Brasilien nicht realistisch.

„Sein Trainingsstil war etwas zu locker, etwas zu nachsichtig. Ein strengerer Ansatz und ein strenges Training sind notwendig“, so Sasaki, der Japan zum WM-Titel 2011 geführt hatte. Zudem sei Nielsen nicht hart genug für große Titel. Nach Gesprächen habe sich gezeigt, „dass es ihm an Leidenschaft mangelte“.

Im April stehen für Japan drei Auswärtsspiele in den USA an. Für diese übernimmt Michihisa Kano interimsweise. Laut Sasaki soll der nächste Cheftrainer voraussichtlich aus Japan kommen. Nielsen hatte zuvor die Nationalteams von Dänemark und der Schweiz trainiert und war zudem technischer Direktor bei Manchester Citys Frauenteam.

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