
Jagd auf Problemwolf GW2672m eröffnet
Tier soll sterben – weil Menschen fotografieren
27.01.2026 – 14:51 UhrLesedauer: 2 Min.
Zum ersten Mal seit fast 180 Jahren soll wieder ein Wolf in Baden-Württemberg erschossen werden. Ein spezialisiertes Jagd-Team übernimmt die Aufgabe.
Im Schwarzwald ist die Jagd eröffnet: Wie das Umweltministerium von Baden-Württemberg am Dienstag mitteilte, soll das als Wolf von Hornisgrinde bekannte Tier sterben. Es wäre das erste Mal seit fast 180 Jahren, dass in dem Bundesland ein Wolf erschossen wird.
Die Behörden führen den vermutlich seit 2023 im Nordschwarzwald umherstreifenden Rüden unter der Bezeichnung GW2672m. Das Ministerium hebt hervor: Als aggressiv ist das Tier bisher nie aufgefallen. Trotzdem gilt der ursprünglich aus Österreich nach Deutschland eingewanderte Rüde als Problemwolf – weil er seine natürliche Scheu vor Menschen eingebüßt hat.
„Der Wolf hatte in der jüngeren Vergangenheit ein auffälliges Verhalten gezeigt, indem er sich während der Paarungszeit Hunden und deren Besitzerinnen und Besitzern teilweise bis auf wenige Meter näherte“, heißt es in der Mitteilung des Umweltministeriums. Mitte 2024 sei zunächst angeordnet worden, den Wolf zu fangen und mit einem Sender auszustatten. Das hätte laut Ministerium die Möglichkeit eröffnet, „ihm durch gezieltes Vergrämen eine wieder erhöhte Scheu vor Menschen anzutrainieren.“
Aber es gelang nicht, den Wolf zu fangen. Stattdessen passierte etwas anderes: Der GW2672m wurde zum begehrten Film- und Fotomotiv. Es habe ein regelrechter „Wolfstourismus“ eingesetzt, teilte das Umweltministerium mit. „Es ist bereits vorgekommen, dass Menschen versuchen, den Wolf gezielt anzulocken“, erklärte ein Sprecher.
Das Tier für Foto- und Filmaufnahmen anzulocken, steigere jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass der Wolf die letzte Scheu vor Menschen verliert. „Möglicherweise gefährliche Situationen lassen sich vor diesem Hintergrund nicht mehr ausschließen“, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. Diese könnten eventuell auch menschliches Verhalten provoziert werden, um gute Bilder zu bekommen, sagte der Sprecher.
Daher sei nun die Entscheidung gefallen, dass ein spezialisiertes Jagd-Team den Wolf abschießen soll. Eine entsprechende artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung sei erteilt worden.