Bis zu 500 Euro Strafe

Italienische Stadt sperrt Strand für Raucher


28.03.2026 – 02:12 UhrLesedauer: 3 Min.

Eine Frau raucht an einem Strand (Symbolbild): In der italienischen Stadt Pesora wird as jetzt verboten. (Quelle: Szilagyi Palko Pal/imago)

Ab April gilt im italienischen Pesaro ein vollständiges Rauchverbot an allen Stränden. Wer dagegen verstößt, muss mit einer Geldstrafe rechnen.

Die Stadt Pesaro in der italienischen Region Marken an der Adriaküste hat ein vollständiges Rauchverbot für alle ihre Strände erlassen. Es gilt ab dem 1. April und umfasst sowohl öffentliche als auch bewirtschaftete Strandbereiche. Wer dagegen verstößt, muss mit einer Geldstrafe zwischen 25 und 500 Euro rechnen, berichtet die italienische Zeitung „La Repubblica“.

Das Verbot schließt auch E-Zigaretten ein. Einzig im Bereich einer Strandbar ist Rauchen noch möglich, allerdings nur in eigens ausgewiesenen und mit Aschenbechern ausgestatteten Zonen, die die Betreiber selbst einrichten müssen.

Pesaro ist in dieser Frage kein Neuling: Bereits 2019 hatte die Stadt das Rauchen in den ersten fünf Metern der Wasserlinie sowie im Meer bis zu 200 Meter vom Ufer untersagt. Das neue Verbot weitet diese Regelung nun auf den gesamten Strand aus.

Als Hauptgrund nennt die Stadtverwaltung den Umweltschutz. Allein am Pesareser Strand werden jedes Jahr Hunderttausende Zigarettenkippen eingesammelt, viele weitere gelangen ins Meer. Ein Zigarettenfilter brauche rund zehn bis 15 Jahre, um sich zu zersetzen, und setzt dabei Mikroplastik und Giftstoffe frei, so die Stadtregierung in einer Stellungnahme auf Facebook. Hinzu kommt die bekannte Gesundheitsgefahr durch Passivrauchen.

Unterstützung erhält die Stadt von der Umweltorganisation Plastic Free Onlus. Deren Gründer und Vorsitzender Luca De Gaetano erklärte laut „La Repubblica“: „Zigarettenstummel bestehen aus Celluloseacetat, einem Kunststoff, der bis zu 10 bis 15 Jahre benötigt, um sich zu zersetzen. Jeder Filter wiegt im Durchschnitt etwa 0,3 Gramm und setzt nach dem Wegwerfen giftige Stoffe sowie Mikroplastik frei, die Sand und Meer verunreinigen“.

Die Organisation führt nach eigenen Angaben jährlich Hunderte Säuberungsaktionen in ganz Italien durch. Im vergangenen Jahr veranstaltete Plastic Free Onlus 152 Sammelaktionen, die sich hauptsächlich auf Zigarettenkippen konzentrierten, und entfernte dabei 3.216 Kilogramm Filter aus der Umwelt. Hochgerechnet auf das Durchschnittsgewicht entspricht das knapp elf Millionen Kippen.

Leonardo Puliti, der regionale Ansprechpartner von Plastic Free Onlus erklärte: „Nachhaltigkeit lässt sich nicht verordnen, sie entsteht durch Dialog und gemeinsame Verantwortung. Pesaro zeigt, dass es möglich ist, ein Gleichgewicht zwischen touristischer Gastfreundschaft, Regelkonformität und Umweltschutz zu finden.“

Die Kontrolle des Verbots liegt je nach Bereich bei unterschiedlichen Behörden: Die Küstenwache ist für die Wasserlinie und das Meer bis 200 Meter vom Ufer zuständig, die Stadtpolizei überwacht den Strand selbst. Strandwächter und Konzessionäre sind dabei die erste Anlaufstelle für Gäste, die über die Regelung informiert werden müssen.

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