Forscher entdecken überraschendes Muster
Das ist Ihr gefährlichster Tag am Steuer
Aktualisiert am 19.08.2026 – 19:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Harvard-Forscher analysieren Unfalldaten aus fünf Jahren. Dabei entdecken sie ein auffälliges Muster.
Wenn Popstars wie Taylor Swift oder Drake ein neues Album veröffentlichen, nimmt das Risiko tödlicher Verkehrsunfälle zu. Das zeigt eine statistische Untersuchung der Harvard Medical School. Für die Studie glichen die Forscher tödliche Verkehrsunfälle in den USA mit den täglichen Streamingdaten von Spotify ab.
Streaming-Wellen erhöhen Unfallzahlen
Die Idee zu der Untersuchung entsprang einem Schreckmoment des Studienleiters Vishal Patel. Als seine Frau ihm eine Nachricht mit einer Musikempfehlung schickte, suchte er das Lied auf seinem Smartphone und kam prompt von der Fahrspur ab.
Sein Team untersuchte daraufhin die Daten der zehn Alben mit den weltweit höchsten täglichen Spotify-Abrufen. Darunter fielen globale Hits wie „Midnights“ von Taylor Swift, „Certified Lover Boy „von Drake, „Un Verano Sin Ti“ von Bad Bunny und „Harry’s House“ von Harry Styles – Alben, die auch in Deutschland Millionen Menschen am Erscheinungstag streamen.
Die Zahlen zeigen direkt nach der Veröffentlichung einen massiven Sprung bei den Abrufen. In den um den Release verzeichnete Spotify im Schnitt 86 Millionen Abrufe pro Tag. Am Erscheinungstag selbst schnellte dieser Wert um 43 Prozent auf 123 Millionen hoch.
Gleichzeitig stieg die Zahl der Verkehrstoten im Tagesmittel von 121 auf 139 Personen. Das entspricht statistisch 18 zusätzlichen Todesfällen an einem einzigen Tag – ein Anstieg von rund 15 Prozent.
Junge Männer besonders betroffen
Die Unfalldaten zeigen ein klares Profil der Betroffenen. An den Veröffentlichungstagen stieg das Risiko vor allem für junge Männer, die ohne Beifahrer im Auto saßen. Ohne einen korrigierenden Blick von der Seite ist die Hemmschwelle zur Ablenkung offenbar niedriger.
Andere typische Einflussfaktoren wie schlechtes Wetter oder Alkohol konnten die Wissenschaftler ausschließen: Sie erklären den plötzlichen Anstieg der Unfälle an den Veröffentlichungstagen nicht.
Die Daten belegen allerdings nur einen Zusammenhang, keine direkte Ursache: Nicht die Musik nimmt Einfluss auf das Geschehen, sondern die Unaufmerksamkeit am Steuer.
