Typ-1-Diabetes

Wie Betroffene von Intervallfasten profitieren könnten


25.08.2026 – 16:43 UhrLesedauer: 2 Min.

Intervallfasten (Symbolbild): Wie sich zeitlich begrenzte Nahrungsaufnahme bei Typ-1-Diabetes auswirkt, wurde bislang noch nicht wissenschaftlich untersucht. (Quelle: StephanieFrey/getty-images-bilder)

Intervallfasten ist eine beliebte Methode zum Abnehmen. Eine kleine Studie hat nun erstmals untersucht, ob sie auch bei Typ-1-Diabetes geeignet ist.

Laut einer Studie der University of Illinois Chicago (UIC) könnte Intervallfasten Menschen mit Typ-1-Diabetes dabei helfen, ihren Blutzucker besser zu kontrollieren. Denn die zeitlich begrenzte Nahrungsaufnahme hat zwar das Körpergewicht der Studienteilnehmer kaum beeinflusst, aber ihren Langzeitblutzuckerwert HbA1c stärker gesenkt als eine klassische Beschränkung der täglichen Kalorienaufnahme (Kalorienrestriktion). Nachzulesen sind die Ergebnisse in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Diabetes Care“.

Gut zu wissen

Bei Typ-1-Diabetes bildet die Bauchspeicheldrüse kaum oder gar kein Insulin. Da dieses Hormon für die Regulierung des Zuckerhaushalts unverzichtbar ist, müssen Betroffene es täglich spritzen, um zu starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels und Überzuckerungen zu vermeiden. Der Langzeitblutzuckerwert HbA1c dient dabei als individuell festzulegender Zielwert der Behandlung.

Drei kleine Gruppen im Vergleich

An der Studie nahmen 32 Erwachsene mit Typ-1-Diabetes und Übergewicht beziehungsweise Adipositas teil. Aus ihnen wurden nach dem Zufallsprinzip drei Gruppen gebildet, die für sechs Monate jeweils eine bestimmte Handlungsweise zeigen sollten:

  • Die Intervallfastengruppe nahm all ihre Mahlzeiten in einem achtstündigen Zeitfenster zwischen 12 und 20 Uhr ein.
  • Die Kalorienrestriktionsgruppe senkte ihre durchschnittliche tägliche Energiezufuhr um 25 Prozent.
  • Die Kontrollgruppe behielt ihre Ernährungsgewohnheiten unverändert bei.

Nur Langzeitblutzucker deutlich gesunken

Nach sechs Monaten bestanden beim Körpergewicht nur geringfügige Unterschiede zwischen den drei Gruppen. Anders beim Langzeitblutzucker: Der HbA1c-Wert sank in der Intervallfastengruppe im Vergleich zur Kalorienrestriktionsgruppe deutlich: Die durchschnittliche Abnahme betrug knapp 0,5 Prozentpunkte.

Kein erhöhtes Risiko für schwere Entgleisungen

Eine wichtige Frage bei Typ-1-Diabetes ist, ob längere Essenspausen wie beim Intervallfasten Komplikationen begünstigen. In der Studie war dies nicht der Fall: Hier erhöhte das zeitlich begrenzte Essen weder das Risiko für schwere Über- oder Unterzuckerungen noch die Wahrscheinlichkeit einer lebensbedrohlichen Stoffwechselentgleisung durch Insulinmangel (diabetischen Ketoazidose).

Noch kein Freibrief fürs Intervallfasten

Für Studienleiterin Krista Varady steht fest: „Dies ist ein erster Schritt, um zu zeigen, dass zeitlich begrenzte Nahrungsaufnahme für Menschen mit Typ-1-Diabetes eine sichere und potenziell wirksame Methode zur Regulierung ihres Blutzuckerspiegels sein könnte.“

Betroffene, die nun ihre Ernährung umstellen möchten, sollten dies allerdings nur unter ärztlicher Begleitung tun. Denn die Studie ist mit Vorsicht zu bewerten – vor allem, weil nur 32 Menschen an ihr teilnahmen, die allesamt Adipositas hatte. Ob sich die Ergebnisse auf jeden Menschen mit Typ-1-Diabetes übertragen lassen, bleibt also offen. Um dies zu ändern, möchte Varady daher als Nächstes weitere Studien mit einer größeren und vielfältigeren Gruppe von Menschen durchführen.

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