Auch Menschen in Gefahr
Hochansteckende Seuche nach 30 Jahren wieder da
Aktualisiert am 05.03.2026 – 13:21 UhrLesedauer: 2 Min.
30 Jahre war eine Geflügelkrankheit verschwunden, nun kehrt sie zurück: Behörden sehen eine erhebliche Gefahr – auch für Zoos.
Die eigentlich seit 1996 in Deutschland ausgerottete Newcastle-Krankheit beunruhigt deutsche Veterinärbehörden. Nachdem die Tierseuche Ende Februar erstmals seit 30 Jahren in einem Brandenburger Putenmastbetrieb festgestellt wurde, hat es sieben weitere Ausbrüche gegeben.
Ein weiterer bestätigter Fall wurde dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) zufolge in Brandenburg registriert, sechs im bayerischen Landkreis Erding bei München. Weitere Verdachtsfälle würden geprüft, sagte ein FLI-Sprecher. Bis Mittwochvormittag seien rund 125.000 Tiere vorsorglich getötet worden.
Das Friedrich-Loeffler-Institut sieht eine erhebliche Gefährdungslage für Geflügelbetriebe und andere Vogelhaltungen wie Zoos, auch in Verbindung mit der ebenfalls zirkulierenden Vogelgrippe. „Die Aufmerksamkeit sollte unbedingt sehr hoch gehalten werden“, teilte der Sprecher mit. „In den Betrieben sollte ein besonderes Augenmerk auf einen streng kontrollierten Personen- und Warenverkehr gelegt werden. Hinzu kommen neben Pflichtimpfungen alle Maßnahmen der Früherkennung wie das sofortige Testen kranker oder verendeter Tiere.“
Der hochansteckende Erreger, das Newcastle-Disease-Virus (NDV), könne vermutlich prinzipiell alle Vögel infizieren, teilte das FLI mit. Bei anderen Tieren seien bisher keine Fälle bekannt – außer bei Menschen: „Eine Infektion des Menschen ist sehr selten, aber möglich, und bleibt zumeist lokal auf eine Bindehautentzündung beschränkt“, schreibt das FLI. Allerdings seien einzelne tödliche Fälle bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem beschrieben.
Die Newcastle-Krankheit wird auch „atypische Geflügelpest“ genannt, weil die Symptome sehr ähnlich sind. Zwei bis fünf Tage nach der Infektion treten Atemnot, Durchfall, Apathie und Augenentzündungen auf, dann werden die Symptome schnell schlimmer. „Der Tod tritt innerhalb von drei bis sieben Tagen auf“, zitierte der Bayerische Rundfunk das FLI. Insbesondere bei jüngeren Tieren könnten 100 Prozent der Herde sterben.
