Insolvenzverfahren gescheitert

Ulmer Holzspezialist gibt nach 160 Jahren auf

Aktualisiert am 06.03.2026 – 08:17 UhrLesedauer: 2 Min.

Luftaufnahme der Mocopinus GmbH. Das Unternehmen muss jetzt aufgeben. (Quelle: Mocopinus)

Nach mehr als 160 Jahren endet die Geschichte eines traditionsreichen Holzunternehmens aus Baden-Württemberg. Ein Investor für den Betrieb konnte trotz intensiver Suche nicht gefunden werden.

Die Mocopinus GmbH & Co. KG hat ihr endgültiges Aus angekündigt. Wie das Unternehmen am 5. März 2026 laut „Münchner Merkur“ mitteilte, sollen die drei Standorte in Deutschland im Zuge des Insolvenzverfahrens stillgelegt werden. Rund 270 Mitarbeiter verlieren damit ihre Arbeitsplätze.

Der Holzspezialist mit Hauptsitz in Ulm hatte Anfang Dezember des vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet. In einem Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung suchten die Geschäftsführung und gerichtlich bestellte Berater seitdem nach einer Lösung für den Betrieb. Ein Investor für das Unternehmen oder Teile davon wurde jedoch nicht gefunden.

Die Geschichte von Mocopinus reicht nach Unternehmensangaben bis zu einem 1865 gegründeten Sägewerk zurück. Heute gilt das Unternehmen als eines der führenden Industriehobelwerke Europas. Neben der Verwaltungssitz in Ulm wird in Karlsruhe und Ammelshain bei Leipzig produziert.

CEO Ulrich Braig erklärte in einer Mitteilung: „Das ist ein extrem bitterer Tag für Mocopinus und unsere Mitarbeitenden“. Man habe bis zuletzt versucht, eine Lösung zu finden, um den Betrieb zu retten. Trotz einer operativen Stabilisierung in den vergangenen Wochen sei dies nicht gelungen.

Die rund 270 Beschäftigten wurden in einer Mitarbeiterversammlung über die Entscheidung informiert. Am Produktionsstandort Karlsruhe arbeiten etwa 180 Menschen, in Ammelshain rund 60 und am Verwaltungssitz in Ulm etwa 30. Die Betriebsräte seien von der Geschäftsführung ebenfalls unterrichtet worden.

In Karlsruhe und Ammelshain soll zunächst eine geordnete Ausproduktion erfolgen. Bestehende Kundenaufträge werden laut Unternehmen in den kommenden Monaten noch gefertigt und ausgeliefert. Anschließend soll der Geschäftsbetrieb vollständig eingestellt werden.

Nicht betroffen von der Stilllegung ist das Tochterunternehmen Lignum-Finish GmbH in Aitrach im Kreis Ravensburg. Für diese Gesellschaft laufen nach Unternehmensangaben weiterhin Gespräche über eine mögliche Zukunft.

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