Insolvenz nach 40 Jahren: Textil-Unternehmen Sympatex ist insolvent

Nach 40 Jahren

Textilunternehmen Sympatex meldet Insolvenz an

Aktualisiert am 27.01.2026 – 18:51 UhrLesedauer: 2 Min.

Funktionsjacken der Firma Sympatex (Archivbild): Der Hersteller spezieller Membranen ist zahlungsunfähig. (Quelle: picture alliance / SZ Photo | Florian Peljak)

Der Spezialtextilhersteller Sympatex ist zahlungsunfähig und hat Insolvenz angemeldet. Der Geschäftsbetrieb soll zunächst weiterlaufen, die Löhne sind bis Ende März gesichert.

Der Spezialtextilhersteller Sympatex Technologies GmbH hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht München setzte den Juristen Axel W. Bierbach von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen als vorläufigen Insolvenzverwalter ein. Zuerst hatte die „WirtschaftsWoche“ darüber berichtet.

Der Insolvenzantrag wurde wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt. Nach Angaben des Unternehmens war die Antragstellung Folge anhaltender wirtschaftlicher Belastungen, die zuletzt nicht mehr durch das operative Geschäft ausgeglichen werden konnten. Der Geschäftsbetrieb soll vorerst uneingeschränkt weiterlaufen. Kundenaufträge würden weiterhin bearbeitet, laufende Projekte planmäßig umgesetzt, teilte Bierbach mit.

Sympatex beschäftigt rund 70 Mitarbeiter. Deren Löhne und Gehälter sind nach Angaben des Insolvenzverwalters bis Ende März über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. Bierbach und sein Team hätten unmittelbar damit begonnen, sich einen Überblick über die wirtschaftliche Lage zu verschaffen. In den kommenden Wochen sollen alle Optionen für eine Fortführung des Unternehmens geprüft werden.

Sympatex mit Sitz in Unterföhring bei München entwickelt und produziert seit 1986 wasserdichte sowie atmungsaktive Membranen, die unter anderem in Outdoor- und Regenjacken, Schuhen sowie in Berufs- und Schutzkleidung eingesetzt werden. Das Unternehmen erzielte 2025 einen Umsatz von rund 22,8 Millionen Euro. Zu den bekanntesten Wettbewerbern zählt Goretex.

Auch die Muttergesellschaft Smart Solutions Holding hat einen Insolvenzantrag gestellt. Für sie soll ein Gutachten klären, wie es weitergeht. Das Verfahren dürfte neben Mitarbeitern und Geschäftspartnern auch zahlreiche Anleger betreffen. Hintergrund ist eine Mittelstandsanleihe, die die Holding 2013 zur Wachstumsfinanzierung begeben hatte.

Ein Urteil des Landgerichts München I vom Oktober 2025 hatte die damalige Restrukturierung der Anleihe scharf kritisiert. Demnach seien Anleger im Zuge eines Schuldenschnitts über angebliche Kaufinteressenten getäuscht worden. Ob und in welchem Umfang mögliche Forderungen von Investoren im aktuellen Insolvenzverfahren eine Rolle spielen, ist laut einer Kanzleisprecherin derzeit offen.

Bierbach zeigte sich dennoch zuversichtlich, das Unternehmen erhalten zu können. Sympatex verfüge über eine technologisch starke Position im Markt sowie über Mitarbeiter mit umfassendem Spezialwissen. Ziel des Verfahrens sei es, diese Substanz zu sichern und eine tragfähige Lösung für die Zukunft des Unternehmens zu entwickeln.

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