Leuna Polyamid-Insolvenz

Kein Investor gefunden: Millionenkosten für Sachsen-Anhalt

Aktualisiert am 02.10.2026 – 19:09 UhrLesedauer: 2 Min.

Chemiewerk in Leuna (Archivbild): Das Insolvenzverfahren ist nun offiziell eröffnet. (Quelle: Jan Woitas/dpa/dpa-bilder)

Die Suche nach einem Investor für Leuna Polyamid ist gescheitert. Nun könnte die Abwicklung des Chemiewerks nicht nur für die Beschäftigten Folgen haben: Auf das Land Sachsen-Anhalt kommen voraussichtlich Kosten in Millionenhöhe zu.

Nach der Insolvenz des Chemiewerks Leuna Polyamid kann die Produktion am Standort nicht einfach eingestellt werden. Das Werk ist Teil eines komplexen Chemieverbunds, in dem die einzelnen Anlagen technisch miteinander verbunden sind.

Eine Stilllegung ist deshalb nur schrittweise möglich. Ein ungeordnetes Abschalten könnte Gefahren für Menschen und Umwelt mit sich bringen. Das Unternehmen muss daher zunächst kontrolliert heruntergefahren werden. Dafür ist ein Insolvenzverwalter eingesetzt worden, der die weiteren Schritte koordinieren soll.

Sachsen-Anhalt muss Kosten tragen

Die Kosten dafür muss allerdings das Land Sachsen-Anhalt übernehmen, wie die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtet. Weil das insolvente Unternehmen die Stilllegung nicht selbst finanzieren kann, muss die öffentliche Hand für die notwendige Sicherung und das kontrollierte Herunterfahren des Chemiewerks aufkommen. Nach einer Schätzung des Landesverwaltungsamtes könnten dafür bis zu 30 Millionen Euro anfallen.

Auch für die Beschäftigten hat die Insolvenz Folgen. Rund 440 Mitarbeiter sind von der Kündigung betroffen. Für sie soll es nach Angaben des Artikels unter anderem eine Transfergesellschaft geben, die den Übergang in neue Beschäftigung unterstützen soll.

Die Probleme des Unternehmens werden dabei auch mit der schwierigen Lage auf dem Chemie-Markt in Verbindung gebracht. Als Gründe werden unter anderem hohe Energiepreise und die Konkurrenz aus China genannt. Die Insolvenz des Unternehmens führt damit nicht nur zu Problemen für die Beschäftigten, sondern auch zu erheblichen Kosten für die öffentliche Hand.

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