Block-Prozess

Richterin weist Verantwortung für Datenpanne zurück

Aktualisiert am 18.08.2026 – 22:43 UhrLesedauer: 2 Min.

Isabel Hildebrandt ist die Vorsitzende Richterin: Der Prozess wegen mutmaßlicher Kindesentführung wird fortgesetzt. (Quelle: Marcus Brandt/dpa-bilder)

Ein nicht-öffentliches Gutachten über die entführten Block-Kinder ist an die Presse gelangt. Im Prozess streiten die Beteiligten nun darüber, wer dafür die Verantwortung trägt.

Im Hamburger Prozess um die Entführung der Kinder von Unternehmerin Christina Block haben mehrere Verteidiger ihren Unmut geäußert, nachdem Teiles eines nicht-öffentlichen Gutachtens an die Öffentlichkeit gelangt waren. „Mir gefällt das auch nicht“, sagte die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt.

Sie habe aber keinen Einfluss darauf, ob jemand etwas weitergebe, und sei nicht der „Wachhund“ oder „Babysitter“ für die Prozessbeteiligten. Verteidiger David Rieks, der Blocks Lebensgefährten Gerhard Delling vertritt, merkte an, die Staatsanwaltschaft könne aber etwas dagegen unternehmen.

Anwalt Ingo Bott, der Christina Block vertritt, sagte, seine Mandantin sei von dem Vorgang erschüttert. Die Nebenklage wies den Vorwurf, das Gutachten an die Presse weitergegeben zu haben, am Rande der Verhandlung zurück. Nebenklägervertreter Philip von der Meden, der Blocks Ex-Mann Stephan Hensel vertritt, sagte, es gebe verschiedene Möglichkeiten, woher die Information stammen könne.

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Folgen der Entführung: Sachverständige erstellte Gutachten

Das Gutachten war von der Sachverständigen Mareike Schüler-Springorum erstellt worden. Sie hatte unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Folgen der Entführung in der Silvesternacht 2023/2024 für die Kinder beschrieben. Die Kinder waren damals ihrem Vater entrissen, in ein Auto gezerrt und nach Deutschland gebracht worden. Nach vier Verhandlungstagen hatte die Kammer die Öffentlichkeit wieder zugelassen.

Christina Block ist angeklagt, eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihren damals 10-jährigen Sohn und die 13-jährige Tochter vom Wohnort ihres Ex-Manns in Dänemark zu entführen. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette „Block House“ bestreitet die Vorwürfe.

Dem Vorfall vorausgegangen war ein langer Sorgerechtsstreit: Nach einem Wochenendbesuch im August 2021 hatte der Vater die Kinder nicht wie vereinbart zur Mutter zurückgebracht. Neben Block stehen sechs weitere Personen vor Gericht, darunter Delling, dem Beihilfe vorgeworfen wird. Nur ein 37-jähriger Israeli hat die Vorwürfe eingeräumt.

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