
„Schande über uns“
Diese Viren könnten neue Pandemien auslösen, warnen Forscher
Aktualisiert am 30.01.2026 – 11:07 UhrLesedauer: 3 Min.
Viren verändern sich stetig. So kann es passieren, dass Tierkrankheiten irgendwann auf den Menschen übergehen. Forscher sehen vor allem bei zwei Virusarten ein akutes Risiko.
Die Corona-Pandemie hat uns vor Augen geführt, wie schnell sich ein unbekanntes Virus weltweit ausbreiten und schwere Gesundheitskrisen auslösen kann. Doch die Erwartung, sich fortan besser auf virale Bedrohungen vorzubereiten, wird laut einer aktuellen Studie der Universität Florida nicht erfüllt.
Denn zwei Viren – das Influenza-D-Virus und das Canine Coronavirus (CCoV-HuPn-2018) – könnten sich in Zukunft zu ernsthaften Bedrohungen für die öffentliche Gesundheit entwickeln, schreiben die Autoren. Die Studie wurde kürzlich in „Emerging Infectious Diseases“ veröffentlicht, der Fachzeitschrift der U.S. Centers for Disease Control and Prevention.
Dem Forscherteam zufolge sind sowohl das Influenza-D-Virus als auch das Canine Coronavirus eine aufkommende Gefahr für den Menschen. Allerdings mangelt es an einer guten Überwachung sowie Diagnosemöglichkeiten für die Atemwegsviren.
John Lednicky, Co-Autor der Studie und Forschungsprofessor an der Universität Florida, erklärt in einer Pressemeldung zur Studie: „Sollten diese Viren die Fähigkeit entwickeln, sich leicht von Mensch zu Mensch zu übertragen, könnten sie Epidemien oder Pandemien auslösen, da die meisten Menschen keine Immunität gegen sie besitzen.“ Dennoch werde gegen die Viren bisher wenig unternommen, um auf Infektionen zu reagieren oder sie zu verhindern. Das Forscherteam fordert daher eine verbesserte Virusüberwachung, zuverlässigere Tests sowie mehr Forschung zu Behandlungen und möglichen Impfstoffen.
Auch der Gesundheitsexperte Hajo Zeeb, der selbst nicht an der Studie beteiligt war, bezeichnet auf Anfrage von t-online die bisherigen Erkenntnisse zu beiden Viren als „frühe Warnung“. Besonders das Influenza-D-Virus sei ein Hauptkandidat für neue Pandemien – und das schon länger. Zeeb ist Leiter der Abteilung Prävention und Evaluation am Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie.
Das Influenza-D-Virus (IDV) wurde erstmals 2011 bei Schweinen und Rindern entdeckt. Seither hat sich das Virus in einer Vielzahl von Tieren verbreitet, darunter in Kamelen, Rehen und Giraffen. Doch auch Menschen scheinen sich bereits mit dem Virus infiziert zu haben: Studien ergaben, dass in einigen Gegenden der USA 97 Prozent der Rinderhalter Antikörper gegen das Influenza-D-Virus aufweisen, so die Autoren der aktuellen Analyse.