
Städte im Vergleich
Hier ist das Tanken am günstigsten
01.12.2025 – 12:53 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Ölpreis sinkt, aber an der Zapfsäule wird es teurer – besonders für Dieselfahrer. Eine neue Auswertung zeigt, wo es am günstigsten und teuersten ist.
Tanken kostete im November erneut mehr als im Vormonat – obwohl der Ölpreis fiel. Wie das Vergleichsportal „Clever Tanken“ ermittelt hat, stieg der durchschnittliche Preis für einen Liter Super E10 bundesweit auf 1,6762 Euro und lag damit rund einen Cent über dem Oktoberwert. Diesel legte deutlicher zu und kostete im Schnitt 1,6347 Euro – ein Anstieg um etwa fünf Cent.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein ähnliches Bild: Super E10 war rund 3 Cent teurer als im November 2024, Diesel sogar rund 5 Cent.
Besonders auffällig: Der Preisabstand zwischen den beiden Kraftstoffarten schrumpft weiter. Im November lag die Differenz nur noch bei rund 4,15 Cent pro Liter. Im Oktober waren es noch fast acht Cent. Für Steffen Bock, Gründer von „Clever Tanken“, liegt die Ursache unter anderem in der hohen Heizölnachfrage: Diesel und Heizöl sind technisch eng verwandt – steigt die Nachfrage nach dem einen, zieht der Preis des anderen meist mit.
Der Rohölpreis bewegte sich im November in einem relativ engen Rahmen. Die Nordseesorte Brent kostete zwischen 62 und 65 US-Dollar pro Barrel – der niedrigste Monatsdurchschnitt seit Juni. Normalerweise folgen die Kraftstoffpreise dieser Entwicklung mit etwas Verzögerung. Dieses Mal war das nicht der Fall. Laut „Clever Tanken“ stiegen die Preise Woche für Woche; erst gegen Monatsende sanken sie leicht.
Ein Grund könnten die widersprüchlichen Signale vom Rohölmarkt sein. Die OPEC+ kündigte eine Ausweitung der Förderung an, was die Preise zunächst dämpfte. Zugleich sorgten Sanktionen gegen Russland, geopolitische Spannungen und optimistischere Konjunkturerwartungen in den USA für Auftrieb.
„Clever Tanken“ hat die Preise in den 20 größten Städten Deutschlands verglichen. Am günstigsten ließ sich Super E10 in Berlin (1,6365 Euro), Bonn (1,6469 Euro) und Bochum (1,6479 Euro) tanken. Besonders teuer war der Liter dagegen in Frankfurt am Main (1,6959 Euro), Hannover (1,6910 Euro) und München (1,6857 Euro). Damit lagen bei einer Tankfüllung von 60 Litern zwischen der günstigsten und der teuersten Stadt rund 14 Euro.
Beim Diesel führte Bochum (1,6062 Euro) das Ranking der günstigsten Städte an, gefolgt von Duisburg (1,6064 Euro) und Bonn (1,6069 Euro). Am anderen Ende der Skala lagen München (1,6584 Euro), Leipzig (1,6576 Euro) und Hannover (1,6489 Euro). Leipzig gehört damit seit einem Jahr durchgehend zu den teuersten Dieselstandorten.
Für den Dezember rechnet „Clever Tanken“-Gründer Bock trotz stabiler Ölpreise mit weiterem Preisdruck. Gründe sind die Reisezeit rund um Weihnachten und die CO2-Abgabe, die ab 1. Januar 2026 steigt – einige Anbieter ziehen Preiserhöhungen erfahrungsgemäß vor.
Mittelfristig könnte sich die Situation jedoch entspannen. Die OPEC+ belässt ihre Förderquoten für 2026 unverändert, gleichzeitig steigern auch Länder außerhalb des Kartells – etwa die USA – ihre Produktion. Die Internationale Energieagentur (IEA) geht für das kommende Jahr von einem Rekordüberschuss auf dem Ölmarkt aus. Hinzu kommen eine schwache Weltwirtschaft, Handelskonflikte und der fortschreitende Umstieg auf Elektrofahrzeuge, die die Nachfrage dämpfen dürften.