Verpackungscheck
Netto und Aldi schneiden besonders schlecht ab
Aktualisiert am 01.10.2026 – 19:22 UhrLesedauer: 2 Min.
Plastikverpackungen dominieren in deutschen Supermärkten. Eine neue Untersuchung zeigt, wer am schlechtesten – und wer am besten abschneidet.
Ob Karotten, Äpfel oder Brot: In deutschen Supermärkten werden einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zufolge nach wie vor viele Produkte in umweltschädlichen Verpackungen verkauft. „Noch immer bestimmen Einwegflaschen, Dosen und unnötig vorverpackte Lebensmittel die Regale großer Supermärkte und Discounter“, teilte Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH, mit.
Insbesondere bei den Discounterketten stecken demnach viele Produkte in Plastik. Bei Obst und Gemüse etwa liegt der Verpackungsanteil in den untersuchten Filialen der DUH zufolge bei rund 68 Prozent. Bei den sogenannten Vollsortimentern, zu denen Rewe, Edeka und Kaufland gehören, lag der Anteil mit 58 Prozent den Angaben nach etwas geringer.
Dass es auch ohne geht, zeigen der Untersuchung zufolge vor allem die Biomarkt-Ketten Alnatura, Denns Bio Markt und Bio Company. Dort lag der Verpackungsanteil bei Obst und Gemüse im Schnitt bei lediglich 16 Prozent.
Am schlechtesten beim Ranking schnitt Netto Marken-Discount ab. Der Anteil von verpacktem Obst und Gemüse lag hier bei 74 Prozent. Aldi Süd liegt mit 72 Prozent knapp darunter, gefolgt von Aldi Nord (69 Prozent). Am besten schneidet Alnatura mit 11 Prozent ab.
Besonders häufig in Plastik verpackt sind Karotten (72 Prozent), Paprika (69 Prozent) und Tomaten (68 Prozent). Letztere haben oft sogar eine Verpackung aus Papier und Plastik – ebenso Äpfel.
- Netto Marken-Discount (74 Prozent)
- Aldi Süd (72 Prozent)
- Aldi Nord (69 Prozent)
- Penny (68 Prozent)
- Lidl (66 Prozent), Kaufland (66 Prozent)
- Norma (56 Prozent), Rewe (56 Prozent)
- Edeka (51 Prozent)
- Bio Company (21 Prozent)
- Denns Bio Markt (17 Prozent)
- Alnatura (11 Prozent)
Kritik an Biomärkten
Doch auch Biomärkte schneiden nicht durchweg positiv ab. Laut der Analyse hat der Verpackungsanteil bei ihnen ebenfalls zugenommen. So lag der Anteil von verpacktem Obst und Gemüse in den besuchten Alnatura-Märkten um 10 Prozentpunkte höher als beim ersten DUH-Verpackungstest im Jahr 2022. Bei Bio Company waren es 6 Punkte mehr und bei Denns Bio Markt 7 Punkte mehr.
Spitzenreiter ist jedoch Netto mit einem Anstieg des Verpackungsanteils bei Obst und Gemüse im selben Zeitraum um 16 Prozentpunkte.
Ausschließlich Einwegflaschen bei Discountern
Kritisch sieht die DUH dabei auch die hohen Einwegquoten bei Getränken. In den untersuchten Filialen der Discounterketten Lidl sowie Aldi Nord und Süd wurden Wasser, Saft, Softdrinks und Bier ausschließlich in Einwegflaschen verkauft. Bei den Vollsortimentern war die Mehrwegquote deutlich höher.
In puncto Mehrwegverpackungen bei Frischmilch und Joghurt schneiden allerdings alle Lebensmitteleinzelhändler schlecht ab. Sie bieten kaum oder sogar gar keine Produkte in Mehrwegverpackungen an.
Zur Untersuchung
Die DUH untersuchte zwischen April und August dieses Jahres das Angebot in insgesamt 48 Filialen – jeweils vier der Ketten Aldi Süd, Aldi Nord, Lidl, Penny, Netto, Norma, Rewe, Edeka, Kaufland, Alnatura, Denns Biomarkt und Bio Company. Dabei wurden verschiedene Produkte aus bestimmten Produktgruppen anhand eines standardisierten Testbogens auf Verpackungen überprüft. Die Analyse ist nicht repräsentativ.
