„In aller Freundschaft“-Star über Karrierestart

Annett Renneberg erlebte Missbrauch am Set


01.04.2026 – 11:09 UhrLesedauer: 2 Min.

Schauspielerin Annett Renneberg: Sie startete schon als Teenagerin in der Filmbranche. (Quelle: IMAGO/Ying Tang)

Neun Jahre lang war sie in „In aller Freundschaft“ zu sehen. Nun bricht Annett Renneberg ein langes Schweigen.

Fast zehn Jahre spielte Annett Renneberg in der ARD-Serie „In aller Freundschaft“ die Ärztin Prof. Maria Weber, mit der Schauspielerei startete sie jedoch noch deutlich früher. Bereits im Alter von 13 Jahren hatte sie für ihren ersten Film „Die Brut der schönen Seele“ vor der Kamera gestanden. Jetzt hat die heute 48-Jährige im Gespräch mit dem „Bunte“-Magazin über etwas gesprochen, worüber sie bislang geschwiegen hatte.

Wie Renneberg in dem Interview berichtet, erlebte sie beim „Die Brut der schönen Seele“-Dreh etwas, das sie bis heute nicht verarbeitet hat. „Aus heutiger Sicht und mit heutigem Wissen würde ich sagen, dass ich damals am Set missbraucht wurde“, sagt sie.

Die Schauspielerin beschreibt, wie sie damals als Debütantin ohne Betreuung am Set stand. Es sei eine Männerwelt gewesen. Die einzigen Frauen hätten entweder vor der Kamera gestanden oder Aufgaben wie die Maske übernommen. Annett Renneberg habe sich bei einigen Szenen überfordert gefühlt und berichtet, dass sie „vor Scham gerne in den Boden versunken“ wäre. In einer Masturbationsszene vor einem Spiegel habe sie ihre Brüste entblößen müssen.

Zudem sei eine Entjungferungsszene mit einem 17 Jahre älteren Mann wiederholt worden, weil ihr Stöhnen „zu unecht gewirkt habe“. Außerdem habe der Regisseur eine Szene, in der sie in Unterhose zu sehen war, zuvor mit ihr geprobt, „bekleidet zwar, aber mit Anfassen“. Renneberg äußert nun: „Es war ein Albtraum.“

Vieles habe sie verdrängt. Wieder hochgekommen sei es im Dezember 2022, als ein Redakteur des MDR diese Szene in einem Zusammenschnitt ihrer Karriere für eine Livesendung verwenden wollte. Moderator René Kindermann verhinderte das wohl, weil ihm bei den Aufnahmen unwohl gewesen sei und sprach die Schauspielerin auf die Szene an. „Mir brach der Schweiß aus. Ich hatte meinen Kindern gesagt, sie könnten das anschauen. Er hat entschieden, den Beitrag rauszulassen. Das werde ich ihm nie vergessen“, berichtet Renneberg.

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