Fast besiegt, aber nicht in Deutschland

Wie eine Impfung das Krebsrisiko deutlich senken kann


03.03.2026 – 11:54 UhrLesedauer: 2 Min.

Humane Papillomviren (Symbolbild): Sie sind weltweit so verbreitet, dass sich 85 bis 90 Prozent aller sexuell aktiven Menschen im Laufe ihres Lebens anstecken. (Quelle: quantic69/getty-images-bilder)

Jedes Jahr erkranken Tausende Menschen in Deutschland an einer Krebsart, die durch ein Virus ausgelöst wird. Ein anderes Land zeigt bereits, dass sich diese Tumorart nahezu verhindern lässt.

In Schottland ist eine aggressive Krebsform praktisch verschwunden. In Deutschland dagegen bleiben viele Jugendliche ungeschützt, obwohl eine Impfung wirksam vorbeugen kann. Fachleute rufen deshalb zum Welt-HPV-Tag am 4. März erneut zur Vorsorge auf.

Humane Papillomviren, kurz HPV, gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Viren. Nach Angaben des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit (BIÖG) stecken sich in Deutschland acht von zehn Menschen mindestens einmal im Leben damit an. Mediziner kennen rund 200 verschiedene Virustypen. Viele Infektionen verlaufen unbemerkt und heilen von selbst aus. Einige Typen können jedoch Krebs verursachen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) zählt jährlich etwa 10.000 neue Krebsfälle, die auf HPV zurückgehen. Am bekanntesten ist das Zervixkarzinom, also Gebärmutterhalskrebs. Dabei entsteht ein bösartiger Tumor am unteren Teil der Gebärmutter. Doch das Virus betrifft nicht nur Frauen. HPV können auch Krebs im Mund- und Rachenraum, im Analbereich sowie an Penis, Vulva oder Vagina auslösen.

Schottland startete früh mit einer konsequenten Impfkampagne. Nach Angaben von Public Health Scotland trat bei Frauen, die seit 2008 gegen HPV geimpft wurden, kein einziger Fall von Gebärmutterhalskrebs mehr auf. Das Land erreichte hohe Impfquoten und wertet regelmäßig die Daten aus Vorsorgeuntersuchungen aus.

Deutschland erreicht diese Werte bislang nicht. Laut RKI erkranken hierzulande jedes Jahr etwa 4.500 Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs. Rund jede dritte Betroffene stirbt daran. Insgesamt melden die Fachleute etwa 6.250 Neuerkrankungen durch HPV-assoziierte Karzinome bei Frauen und 1.600 bei Männern. Ein Karzinom ist ein bösartiger Tumor, der aus Zellen der Haut oder Schleimhaut entsteht.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die HPV-Impfung für alle Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren. In diesem Alter reichen zwei Impfdosen im Abstand von mindestens fünf Monaten. Ab 15 Jahren sind drei Impfungen notwendig. Den größten Schutz bietet die Impfung vor dem ersten sexuellen Kontakt, da HPV vor allem beim Geschlechtsverkehr übertragen wird.

Trotz dieser klaren Empfehlung bleiben die Impfquoten niedrig. Im Jahr 2024 hatten nur 55 Prozent der 15-jährigen Mädchen einen vollständigen Impfschutz. Bei den Jungen lag der Anteil lediglich bei 36 Prozent.

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