
Vorbild Australien
Immer mehr Forderungen nach Social-Media-Verbot für Kinder
06.02.2026 – 08:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Australien macht es bereits vor: Nun fordern auch deutsche Politiker ein Social-Media-Verbot für Jugendliche.
Alt-Bundespräsident Christian Wulff spricht sich bei der Nutzung sozialer Netzwerke für Altersbeschränkungen und weitere Verbote aus. „Es wäre richtig, wenn die Nutzung beispielsweise bis 14 Jahre und in Schulen grundsätzlich verboten wird“, sagte der 66-Jährige der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Der unbegrenzte Medienkonsum in sozialen Netzwerken richte unendlichen Schaden an.
Auch der Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels CDA, Dennis Radtke, befürwortet ein Verbot der Social-Media-Nutzung für unter 16-Jährige in Deutschland. „Die Medienkompetenz und die dynamischen Entwicklungen bei Social Media gehen nicht Hand in Hand“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. „An vielen Stellen sind die sozialen Medien eine Ansammlung von Hass und ‚Fake News‘. Ich begrüße daher die Überlegungen, dem Beispiel Australiens zu folgen und eine Altersgrenze einzuführen.“
Altersgrenzen für soziale Netzwerke werden in jüngster Zeit heiß diskutiert. Ein Grund dafür ist unter anderem, dass Australien vorangeht und als erstes Land entsprechende Regeln eingeführt hat. Im Dezember trat dort ein Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren in Kraft. Ziel ist es, junge Menschen vor Risiken wie Cybermobbing, problematischem Konsum und belastenden Inhalten zu schützen. Inzwischen wird auch in europäischen Ländern wie Spanien, Frankreich und Großbritannien über entsprechende Schritte debattiert.
In Deutschland sprechen sich mehrere Stimmen aus der Regierungspartei CDU für Einschränkungen aus. Das Thema soll auch beim Bundesparteitag am 20. und 21. Februar in Stuttgart diskutiert werden. Der CDU-Landesverband Schleswig-Holstein hat dazu einen Antrag gestellt, der ein „gesetzliches Mindestalter von 16 Jahren für offene Plattformen“ fordert. Dies soll durch eine verpflichtende Altersüberprüfung begleitet werden. Auch in anderen Ländern werden Alterseinschränkungen für soziale Netzwerke diskutiert.
Eine Kommission des Familien- und Jugendministeriums soll bis zum Sommer eine Strategie für den Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt vorlegen. Auch der oberste Repräsentant der deutschen Medienaufsichtsbehörden drohte mit einem Verbot. „Wenn es mit freiwilligen Maßnahmen nicht geht, kommt als Ultima Ratio ein Verbot infrage“, sagte der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), Thorsten Schmiege, der Nachrichtenagentur Reuters.