IfW warnt

Hohe Energiepreise kosten Kaufkraft

Aktualisiert am 12.03.2026 – 13:10 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Posten Gesamtbrutto ist auf einer Lohnabrechnung zu sehen. (Archivbild) (Quelle: Jens Büttner)

Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel äußert sich zu den Folgen des Energiepreisanstiegs nach Beginn des Iran-Krieges auf die deutsche Wirtschaft.

Der Energiepreisanstieg infolge des Iran-Krieges dämpft dem Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) zufolge den Aufschwung in Deutschland, würgt ihn aber nicht ab. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte im laufenden Jahr mit 0,8 Prozent etwas langsamer zulegen als noch im Dezember mit 1,0 Prozent erwartet, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Frühjahrsprognose hervorgeht. Für das kommende Jahr wurde die Schätzung von 1,3 auf 1,4 Prozent angehoben.

„Neuer Gegenwind droht durch den militärischen Konflikt im Iran, der die Rohstoffpreise spürbar hat steigen lassen“, betonte das IfW über die Aussichten auf die Konjunktur in Deutschland. Für die Prognose diente die Annahme, dass die Rohstoffpreise nur für wenige Monate deutlich erhöht bleiben. In diesem Szenario sei für das laufende Jahr ein Kaufkraftentzug in Höhe von 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erwarten. Dieser dämpfe die wirtschaftliche Aktivität zwar spürbar, lasse sie aber nicht einbrechen.

Die Inflation dürfte in diesem Jahr wegen der höheren Energiepreise mit 2,5 Prozent deutlich stärker steigen als noch im Dezember mit 1,8 Prozent erwartet. Für das kommende Jahr geht das IfW unverändert von einer Teuerungsrate von 2,1 Prozent aus.

„Die deutsche Wirtschaft bekommt zögerlich wieder Boden unter die Füße“, lautet trotz neuer Risiken das Fazit der Kieler Forscher. Impulse gingen besonders von der expansiven Finanzpolitik aus, durch die Milliarden in Aufrüstung und Infrastruktur fließen sollen. „Eine breit angelegte, kräftige Erholung ist aber noch außer Reichweite“, hieß es zugleich. Deutschland kämpfe mit strukturellen Problemen. Diese zeigten sich in einem deutlichen Verlust der Wettbewerbsfähigkeit. So gebe es bislang kaum Anzeichen dafür, dass die Unternehmen beabsichtigen, ihre Investitionen und Beschäftigung spürbar auszuweiten.

„Die deutschen Exporteure dürften ihre Geschäfte wieder moderat ausweiten, aber weiter Weltmarktanteile verlieren“, sagen die Forscher zudem voraus. Die Investitionen dürften vor allem durch die zusätzlichen öffentlichen Ausgaben steigen, während die privaten Investitionen schwach blieben.

Die Beschäftigung reagiere verzögert auf die wirtschaftliche Expansion und nehme voraussichtlich erst in der zweiten Hälfte dieses Jahres wieder zu. Das staatliche Finanzierungsdefizit dürfte von 2,7 Prozent in Relation zum BIP im vergangenen Jahr auf 4,2 Prozent im Jahr 2027 steigen.

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