Er zahlt noch heute Schulden ab
Fatih Akin: „Ich bin in ein tiefes Loch gefallen“
06.11.2026 – 10:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Filmprojekt endete für Fatih Akin im finanziellen Desaster. Jetzt spricht der Regisseur offen über die Folgen.
Fatih Akin hat nach eigenen Angaben bis heute mit den finanziellen Folgen seines Films „The Cut“ aus dem Jahr 2014 zu kämpfen. Mit 15 Millionen Euro war diese Produktion seine teuerste.
Der 53-Jährige sagte nun: „Ich war vorher sehr erfolgreich gewesen und irgendwann vielleicht ein bisschen hochmütig oder größenwahnsinnig geworden. Ich dachte: Jetzt weiß ich, wie es geht.“ Er habe mit „The Cut“ die Welt verändern wollen, so Akin. Weiter erklärte er: „Der Film war ambitioniert, es steckte viel Geld drin, auch privates. Die Schulden zahle ich immer noch ab.“
„The Cut“ erzählt von einem armenischen Schmied, der in der Zeit der Verfolgung und massenhaften Tötungen an Armeniern von seinen Angehörigen getrennt wird und sich auf die Suche nach seinen Kindern macht.
Mit Blick auf „The Cut“ resümierte er: „Ich hatte den Film in den Sand gesetzt.“ Auch persönlich habe ihn der Rückschlag stark getroffen. „Ich bin in ein tiefes Loch gefallen und habe an allem gezweifelt. An meinem Talent. An meinem Lebensstil.“ Irgendwann habe er gedacht, er müsse einen neuen Film machen, um aus diesem Loch herauszukommen. „Das habe ich meiner Frau erzählt. Mein Sohn bekam das mit und sagte: ‚Ich habe eine Idee für einen Film für dich. Zwei Freunde, und einer davon ist ein Gespenst.‘ So entstand die Urversion von ‚Geister'“, sagte Akin. „Geister“ ist der neueste Film des Hamburgers. Er startete am 5. November in den Kinos.
Fatih Akin: „Zu groß, zu aufwendig, zu technisch“
Über „Geister“ sagte Akin, dass er erleichtert sei, diesen Film fertiggestellt zu haben und auch stolz. „Aber ich weiß auch, wie fucking anstrengend dieser Film war. Zu groß, zu aufwendig, zu technisch. Alles wird teurer, aber die Zuschauerzahlen wachsen nicht automatisch. Dann brauchst du mehr Geld, mehr Leute reden mit, es gibt mehr Marktprognosen. Ich versuche eigentlich, antikapitalistisch zu denken“, sagte er.
Trotz politischer Spannungen will Akin Deutschland nach eigenen Worten nicht den Rücken kehren. Er erklärte: „Packe ich meine Sachen und gehe? Oder bleibe ich und kämpfe für das, was mir wichtig ist? Für mich ist die Antwort klar: Ich bleibe. Ich will dieses Land nicht einfach anderen überlassen.“ Einen Umzug erwäge er demnach nur für den Fall, dass er hier keine Filme mehr drehen könne. „Meine Filme entstehen auch mit öffentlicher Förderung. Und ich brauche das Filmemachen. Ich würde dafür kämpfen, dass das auch in Zukunft möglich ist“, betonte er.
