Ina Müller über ihre Ängste

„Ich bin dann aufgelöst. Ich kann dann nicht mehr“


23.04.2026 – 19:20 UhrLesedauer: 2 Min.

Ina Müller: Sie hat über ihre Panikattacken gesprochen. (Quelle: IMAGO / BREUEL-BILD)

Sie steht seit mehr als drei Jahrzehnten auf der Bühne, ist eine erfahrene Entertainerin. Dennoch kennt Ina Müller Momente, in denen nichts mehr geht.

Ina Müller hatte jahrelang mit Panikattacken zu kämpfen. Diese überkamen sie in den unterschiedlichsten Situationen – auch auf der Bühne. Doch sie trat weiter vors Publikum, wie sie jetzt im Podcast „Feinstoff“ von Designer Guido Maria Kretschmer erzählt hat.

Trotz ihrer Panikattacken kam Aufhören für Ina Müller nie infrage. Die 60-Jährige sagte: „Wenn du aufhörst, weil du eine Panikattacke hast, auf die Bühne zu gehen, wirst du da nie wieder raufgehen.“ Sie schilderte, wie sie in solchen Momenten mit ihren Musikern kommunizierte: „Richtig mit Zeichen geben: Wenn ich schiele, nur noch eine Zugabe. Weil du bist ja kurz vor dem Umkippen.“ Ruhig dastehen und ein Liebeslied singen sei dann schlicht nicht möglich, erklärte die Sängerin, „weil du musst atmen“.

Auch beim Fliegen kennt Ina Müller dieses Gefühl. Sie weine im Flugzeug sogar teilweise. „Ich bin dann aufgelöst. Ich kann dann nicht mehr. Irgendwann kann man dann aber nicht mehr weinen und du kannst auch keine Angst mehr haben, dann ist es okay“, beschrieb sie. Für Notfälle habe sie zwar Medikamente griffbereit, nehme diese aber seit Jahren nicht mehr. Müller stellte klar: „Ich will keine Tabletten dagegen nehmen, gegen meinen Kopf, meine Psyche. Ich bin stark.“

Ina Müller habe auch eine Verhaltenstherapie gemacht. Den entscheidenden Wendepunkt brachte letztlich etwas anderes: Wut. „Irgendwann kippte das ins Positive, als ich so wütend war auf die scheiß Panik“, sagte Ina Müller. „Ich hatte so eine Wut in mir, dass ich ständig mit der Panik gesprochen habe und gesagt habe: ‚Komm doch, du Arschloch! Du machst mich nicht fertig!'“ Manchmal müsse man im Leben eben auch Sachen ändern, sagte Müller.

Letztlich schilderte sie ihre aktuelle Situation: „Heute ist es so, wenn ich auf der Bühne stehe, ganz, ganz selten oder auch, wenn ich eine Sendung habe, sitzt die so im Nacken und man spürt sie atmen.“ Die Oberhand habe die Panik jedoch nicht mehr gewonnen: „Sie hat es noch nie wieder geschafft.“

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