
Diese Restaurants sollten Sie meiden
Basilikumpflanze als Hygienerisiko in Pizzeria
05.01.2026 – 10:53 UhrLesedauer: 4 Min.
Mit scharfem Blick und feinem Geruchssinn deckt Axel Bornemann unhygienische Zustände in Gaststätten auf. Mäusekot in Pizzerien und missachtete Vorschriften sind keine Seltenheit.
Mit Taschenlampe und feiner Nase prüft Axel Bornemann Restaurants, Bäckereien, Metzgereien in Stuttgart. Dabei stößt er regelmäßig auf Zustände, die vielen den Appetit verderben würden. Bei seiner Kontrolle im Lagerraum einer neu eröffneten Pizzeria lässt Bornemann keine Ecke aus. Und siehe da, auf dem Fensterbrett deutlich sichtbar: Mäusekot. „Sehen Sie das?“, fragt er den Besitzer, der sich beim Anblick der schwarzen Köttel schnell entschuldigt. „Das haben wir übersehen“, sagt er. Man habe nach der Übernahme des Betriebs wohl nicht gründlich genug geputzt.
Bornemann lächelt milde. „Wir sehen so viele eklige Sachen“, sagt er. Er erinnert sich an einen besonders unappetitlichen Fall. „Die Maus lief während einer Küchenkontrolle erst gegen meinen Schuh und verschwand unter einem Arbeitstisch in der Küche. Aus dem Augenwinkel sah ich eine Bewegung auf dem Arbeitstisch und das Nagetier unter einer Aufschnittmaschine verschwinden.“
So unaufgeregt wie in der Pizzeria gehe es nicht immer zu. Einmal sei ein aufgebrachter Gastronom so nah auf ihn zugekommen, dass sich die Nasen der beiden fast berührt hätten. Dünnhäutigkeit und Aggressivität hätten massiv zugenommen. „Tief verankert im Kopf ist, dass es jederzeit eskalieren kann“, erzählt Bornemann.
Der 64-Jährige ist Küchenmeister, staatlich geprüfter Techniker der Fachrichtung Lebensmittelverarbeitung und Lebensmittelkontrolleur. Sein Beruf ist seit 20 Jahren seine Berufung. „Es ist mein Traumberuf. Ich lebe das“, sagt er.
Wenn er in einen Betrieb gehe, treibe ihn vor allem eine Frage um: „Wenn der Verbraucher wüsste, wie es hinten aussieht, würde er dann noch etwas kaufen wollen?“ Leider ist das laut Bornemann nicht immer der Fall. 40 Prozent seien „zu beanstanden“. Bei 40 Prozent werde nichts „Dramatisches“ gefunden und 20 Prozent der Betriebe seien tadellos. „Das ist für uns wie eine Erholung, wenn wir in so einen Betrieb gehen.“ Als wichtiges Hilfsmittel erwähnt Bornemann seine Nase. Denn üble Gerüche trügen nicht. „Auch die Nase sagt es einem.“
Bornemann setzt die Inspektion der Pizzeria fort. Kühleinrichtung auf, Kühleinrichtung zu, Schublade auf, Schublade zu. Und immer wieder zückt Bornemann seine Taschenlampe. Ist die Salami frisch geschnitten? Ja. Wie ist die Temperatur der aufgeschnittenen Salami? Okay. Gibt es warmes Wasser? Sind Seife und Papiertücher griffbereit? Dreimal ja. „So weit alles okay hier“, sagt der Experte.