Holzminden kontert Spott über Weihnachtsbaum mit Spendenaufruf

„Erbärmlich“

Stadt kontert Spott – und konserviert „Gestrüpp“


15.01.2026 – 15:47 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Baum des Anstoßes: Am Ende wurde er für Holzminden zur Erfolgsgeschichte. (Quelle: Stadtmarketing Holzminden)

Eine niedersächsische Kleinstadt ist wegen ihres Weihnachtsbaums in die Schlagzeilen geraten – und macht jetzt eine Tugend daraus.

Erst schüttelten nur einige Holzmindener den Kopf über ihren etwas schmal und licht geratenen Weihnachtsbaum, dann zog der Spott immer weitere Kreise. Doch jetzt hat die niedersächsische 19.000-Einwohner-Stadt den Spieß endgültig umgedreht: Das im Dezember berühmt gewordene Gewächs soll in Teilen haltbar gemacht und ausgestellt werden.

So soll sich auch die Nachwelt immer an die Geschichte vom Holzmindener Weihnachtsbaum aus dem Jahr 2025 erinnern können: Diese hatte mit abfälligen Kommentaren im Internet begonnen. „Erbärmlich“ hatten User den Baum genannt und ihn mit „Gestrüpp“ und „Totholz“ verglichen. Schließlich hatte der Baum sogar einen englischen Namen bekommen: „Little Ugly Christmas Tree“, „kleiner, hässlicher Weihnachtsbaum“.

Am Ende gewannen aber die Freunde des Holzmindener Bäumchens die Oberhand. Es sei ein naturnahes Exemplar, ließ sich der lokale Stadtwerkechef zitieren. Und das Stadtmarketing schmetterte die Angebote von Bürgern ab, die einen stattlicheren Baum spenden wollten. „Stattdessen bitten wir alle, die etwas Gutes tun möchten, unter dem Stichwort ‚Little Tree‘ Geld an die Holzmindener Tafel zu spenden“, hieß es in einem Aufruf.

Bürger begannen, das Bäumchen eigenhändig zu schmücken. Schließlich kam auch der Bürgermeister und schmückte öffentlichkeitswirksam mit. „Mit viel Kreativität und Herzblut wurde aus dem kleinen Baum ein Symbol für Zusammenhalt und Gemeinschaft“, freute sich das Stadtmarketing.

Das oberste Stück des Baumes soll nun von einer Künstlerin aus der Region in Epoxidharz – einer zähen, hart werdenden Masse – eingebettet werden und so zu einem Erinnerungsstück werden. „Damit möchten wir zeigen, wie aus einem kleinen Teil der Weihnachtsdekoration ein gemeinsames Erlebnis für die Stadt geworden ist“, erklärte Stadtmarketing-Geschäftsführerin Michaela Reinecke-Koller. Die Geschichte des Baums habe verdeutlicht, wie stark der Zusammenhalt in der Stadt sei.

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