Viele Stellen frei

„Santa Fu“: Hoher Krankenstand führt zu massiven Problemen

02.04.2026 – 09:24 UhrLesedauer: 1 Min.

Ein Wachturm der Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel in Hamburg (Archivbild): Der Knast heißt im Volksmund nur „Santa Fu“. (Quelle: Axel Heimken/dpa)

In Hamburgs bekanntestem Gefängnis fehlt Personal, viele Beschäftigte sind krank. Die Linke warnt vor Folgen für Sicherheit und Gefangene – und fordert schnelles Handeln.

In der Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel („Santa Fu“) sind zahlreiche Stellen unbesetzt, gleichzeitig ist der Krankenstand hoch. Nach Angaben des Senats ist fast jede siebte Stelle im Allgemeinen Vollzugsdienst vakant. Die Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft sieht dadurch Sicherheit und Resozialisierung der Gefangenen gefährdet und fordert Maßnahmen.

Konkret geht aus einer Antwort des Senats auf eine Anfrage der Linken hervor, dass von mehr als 234 Stellen im Vollzugsdienst ein erheblicher Teil nicht besetzt ist. Gleichzeitig liegt der Krankenstand bei über 15 Prozent.

Hinzu kommen tausende Überstunden: Zwar ist deren Zahl in den vergangenen Jahren gesunken, Ende Februar summierten sie sich aber noch immer auf rund 15.000 Stunden.

Gleichzeitig ist die Haftanstalt stark ausgelastet. Wie die „Hamburger Morgenpost“ berichtet, ist die JVA seit Monaten nahezu voll belegt. Die Justizbehörde bestätigte demnach eine hohe Auslastung: Mitte März seien 373 von 384 Haftplätzen belegt gewesen. Freie Plätze würden in der Regel sofort wieder vergeben.

Der justizpolitische Sprecher der Linken, Jan Libbertz, spricht von einer Dauerbelastung für die Beschäftigten. Der Vollzug laufe „personell auf Verschleiß“, sagte er. Das wirke sich auch auf die Gefangenen aus.

Falle Personal aus, würden Angebote gestrichen und Aufschlusszeiten eingeschränkt. Resozialisierung leide darunter. Libbertz fordert deshalb eine schnelle und strukturelle Entlastung des Vollzugsdienstes.

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