Bildung

Hochschulverband beklagt Defizite bei Studienanfängern

Aktualisiert am 22.04.2026 – 18:01 UhrLesedauer: 1 Min.

An Hochschulen gibt es fachspezifische Brückenkurse, um die Defizite auszugleichen. (Symbolbild) (Quelle: Jan Woitas/dpa/dpa-bilder)

Die Kritik: Oft brächten sie zu wenig Wissen mit. Lücken in Mathe, schlechtes Leseverständnis und mangelndes Ausdrucksvermögen bereiten den Unis Sorgen und Mehrarbeit.

Zum Start der Abiturprüfungen beklagt der Präsident des Deutschen Hochschulverbands, Lambert Koch, mangelnde Kenntnisse von Studienanfängern. Das Abitur bescheinige die Studierfähigkeit zwar formal, in der Praxis garantiere es diese jedoch immer seltener, sagte Koch im „Münchner Merkur“.

Zwar gebe es nach wie vor „hochmotivierte und leistungsstarke junge Menschen, die nach dem Abitur ein Studium aufnehmen und vom ersten Semester an brillieren“. „Hochschullehrende konstatieren jedoch zunehmend eklatante Mängel: Neben unzureichenden mathematischen Vorkenntnissen haben sich auch das Leseverständnis, die Lesebereitschaft und das allgemeine Ausdrucksvermögen insgesamt spürbar verschlechtert.“

An Hochschulen gebe es fachspezifische Brückenkurse, um diese Defizite auszugleichen. „Diese nachholende Stoffvermittlung stößt jedoch an strukturelle Grenzen, da den Universitäten die Kapazitäten fehlen, um dauerhaft Bildungsaufgaben der Schulen zu übernehmen“, sagte Koch dem Blatt. Er warnte vor „freigiebig vergebenen Bestnoten“, die im Studienalltag zu Enttäuschungen führten.

„Um die Aussagekraft des Abiturs nachhaltig zu sichern, muss der fortschreitenden „Noteninflation“ durch eine konsequente Ausschöpfung des Bewertungsspektrums Einhalt geboten werden“, forderte Koch. Es brauche „eine Rückbesinnung auf das Prinzip „Qualität vor Quantität“, damit das Abitur bundesweit wieder als verlässlicher Nachweis tatsächlicher Leistungsfähigkeit dient“. Ob es wie von Koch beklagt tatsächlich eine „Noteninflation“ gibt, ist umstritten.

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