Rekordsommer 2026

34 Hitzetage in Köln: Experte warnt vor außergewöhnlichen Wetterlagen


06.10.2026 – 11:18 UhrLesedauer: 4 Min.

Boote liegen im ausgetrockneten Rheinauhafen in Köln: Der Flusspegel hat im Sommer 2026 historische Tiefststände erreicht. (Quelle: IMAGO/Christoph Hardt/imago)

Ausverkaufte Klimageräte, Rekordhitze, ausgetrockneter Rhein: Der Sommer 2026 in Köln war herausfordernd. Zahlen des DWD zeichnen ein eindrückliches Bild der Extremsaison.

Der Blick auf die Daten der Messstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Flughafen Köln/Bonn zeigt: Einen Sommer wie in diesem Jahr hat es in Köln noch nie gegeben. In den Monaten Juni, Juli und August zeigte das Thermometer an insgesamt 34 Tagen 30 Grad und mehr (Heiße Tage) an. Thomas Kesseler-Lauterkorn, Diplom-Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst sagt dazu: „Ein nicht zu fassender Rekord“.

Bislang war im Jahr 2022 mit 27 Tagen die höchste Anzahl an Heißen Tagen erfasst worden, davon 24 im Sommer. Im Vergleich mit den 1960er.-1980er Jahren hat sich die Anzahl an heißen Tagen mehr als verdoppelt. Damals lag die Zahl meist im einstelligen Bereich. Einzige Ausnahmen: 1965 stieg die Temperatur an keinem einzigen Tag auf 30 Grad, 1976 hingegen ganze 20-mal. Damals war das ein absoluter Ausreißer, heute ist es eher normal.

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Wetter Köln und NRW: DWD meldet Rekord-Hitzetage

Deutlich zu warm war es Kesseler-Lauterkorn zufolge vor allem im Juni aufgrund von elf Heißen Tagen am Stück. Die höchste gemessene Temperatur waren 38 Grad am 27. Juni, ebenfalls neuer Rekord für einen Junitag. „Eine solche Hitzewelle im Juni hat es in dieser Ausprägung noch nicht gegeben und bedeutet eine neue Dimension“, sagt der Wetterexperte.

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Das zeigt sich für Köln dann auch in den Durchschnittstemperaturen aller Sommermonate: 20,3 Grad im Juni, 20,8 Grad im Juli und 20,5 Grad im August. Zusammengenommen ergibt sich daraus eine Durchschnittstemperatur von 20,6 Grad und damit der wärmste Sommer in Köln seit Beginn der Wetteraufzeichnungen am Flughafen im Jahr 1957.

Historische Dürre in Köln – Wetterexperte: „absolut ungewöhnlich“

Zudem fielen zwischen dem 21. Juni und dem 15. August – also in rund acht Wochen – am Flughafen Köln/Bonn nur 8 Millimeter Niederschlag. „Ein so langer trockener Zeitraum ist absolut ungewöhnlich“, sagt Kesseler-Lauterkorn, „besonders in Kombination mit dem Sonnenschein und den hohen Temperaturen“. Insgesamt war der Juli mit 6,1 Millimeter Niederschlag so trocken wie noch nie.

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Diese Wetterdaten sind Meteorologe Kesseler-Lauterkorn zufolge Ausdruck des Klimawandels. So habe es etwa in den 40 Jahren zwischen 1945 und 1985 in Köln nur in sechs Jahren Temperaturhöchstwerte von 35 Grad und mehr gegeben (1947, 1957, 1959, 1964, 1976, 1983). Zwischen 1986 und 2026 war das in 22 Jahren der Fall, seit 2010 fast in jedem Jahr.

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