„Die ehrliche Kurzfassung“

Wetterprognosen fallen düster aus


Aktualisiert am 10.08.2026 – 13:23 UhrLesedauer: 4 Min.

Eine trockenes Flussufer in Deutschland. Es herrscht Hitze. Regen lässt auf sich warten. Das Wetter trocknet das Land aus.

In Deutschland herrscht Dauerhitze. Regen lässt auf sich warten. Das Land trocknet aus. (Quelle: Imago/Panama Pictures/meteociel.fr)

Deutschland ächzt unter einem extrem trockenen Hitzewetter. Es herrscht Dürre, die Flusspegel fallen. Doch statt Regen kommt die nächste Hitzewelle. Oder gibt es Hoffnung auf eine Wetterwende?

Der Juni und der Juli dieses Sommers sind bereits in die Geschichte eingegangen: So heiß wie in diesen beiden Monaten war es in Westeuropa noch nie. Die Durchschnittstemperatur lag in diesem Zeitraum bei 21,62 Grad, so die Berechnung des Klimawandeldiensts des EU-Programms Copernicus in Bonn. Die Folgen sind gravierend. Europaweit führen die Flüsse zunehmend wenig Wasser. Auch in Deutschland herrscht eine historische Dürre. Große deutsche Flüsse – allen voran Rhein, Elbe und Donau – verzeichnen extreme Niedrigwasserstände. Im Schwarzwald drohen sogar erste Quellen für Trinkwasser zu versiegen.

Und eine schnelle Wetterwende ist nicht in Sicht. Der Meteorologe Dominik Jung fasst für t-online die Lage ernüchternd zusammen: „Die ehrliche Kurzfassung: Flächendeckenden, ergiebigen Landregen gibt es vorerst nicht.“

Zu Beginn dieser Woche streife zwar der Ausläufer eines Skandinavientiefs den Norden – also Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und das nördliche Brandenburg. „Dort fällt etwas Regen, mehr aber auch nicht.“ Im Süden, vor allem am Alpenrand und im südlichen Baden-Württemberg, seien noch einzelne Schauer und Gewitter möglich. „Der große Rest Deutschlands bleibt aber trocken.“

Historisches Niedrigwasser am Rhein: Ein Luftbild zeigt ein Schiffswrack, das auf dem Boden des Rheins liegt. (Quelle: IMAGO/Hans Blossey/imago)

Wetter in Deutschland: Neue Hitzewelle statt Regenpause

Zur Mitte dieser Woche baut sich das nächste Hoch auf. Die Sonne dominiert. Zum kommenden Wochenende steigen die Temperaturen verbreitet auf 29 bis 34 Grad, örtlich sogar auf 38 bis 39 Grad. „Wir bekommen also keine Regenphase, sondern die nächste Hitzewelle“, prognostiziert der Wetterexperte. „Das ist genau das Muster, das uns den ganzen Sommer über begleitet: kurze, punktuelle Gewitter statt breitem Dauerregen. Und das ist der entscheidende Punkt.“

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„Selbst ein kräftiges Gewitter mit 30 Litern Regen bewirkt wenig“

Man müsse zwischen dem Oberboden und dem Gesamtboden unterscheiden. Der Oberboden, also die oberen 25 Zentimeter, könne vergleichsweise schnell auf Niederschläge reagieren. „Um ihn spürbar zu erholen, bräuchte es etwa 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter“, sagt Jung. Entscheidend sei allerdings, wie dieser Regen fällt. Nötig wäre kein heftiger Wolkenbruch, sondern ruhiger Landregen, verteilt über mehrere Tage.

Denn gerade ausgetrocknete und verkrustete Böden können große Wassermengen in kurzer Zeit kaum aufnehmen. „Auf einen ausgetrockneten, verkrusteten Boden prasselt kurzer Starkregen fast wie auf Beton“, erklärt der Meteorologe. Ein erheblicher Teil des Wassers fließe dann oberflächlich ab, anstatt langsam im Erdreich zu versickern. Deshalb könne selbst ein kräftiges Gewitter mit 30 Litern Regen innerhalb kurzer Zeit für die Dürrelage vergleichsweise wenig bewirken.

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