Hildesheim: Erst Gift, dann rohe Gewalt – Mann tötet Ex

Erst Giftattacke, dann rohe Gewalt

Mann tötet Ex-Partnerin mit 23 Eisenrohr-Schlägen – Urteil

Aktualisiert am 28.01.2026 – 09:04 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Angeklagte im Gericht: Ein Mann wollte seine Ex-Partnerin loswerden. Jetzt wurde er verurteilt. (Quelle: Michael Matthey/dpa)

Ein 41-Jähriger geht seiner Partnerin fremd. Er empfindet sie zunehmend als Last. Als sie dann auch noch eine spöttische Bemerkung abgibt, tötet er sie.

Das Landgericht Hildesheim hat einen 41-jährigen Landwirt zu 13 Jahren Haft verurteilt, weil er seine Ex-Partnerin mit einem Eisenrohr erschlagen hat. Zuvor hatte der Mann versucht, die 38-jährige Mutter seiner zwei gemeinsamen Kinder mit vergiftetem Kaffee zu töten. Das Urteil wegen Totschlags und versuchten Mordes ist noch nicht rechtskräftig.

Der Verurteilte hatte Ende Februar 2025 in einem Wohnhaus in Rietze bei Edemissen im Landkreis Peine die Frau angegriffen. Nach 23 Schlägen auf den Kopf stieß er sie eine Treppe hinunter. Die 38-Jährige erlitt ein Hirntrauma, Knochenbrüche und einen Schädelbruch. Sie starb an Blutverlust.

Einige Tage vor der tödlichen Attacke hatte der Mann bereits versucht, seine Ex-Lebensgefährtin zu vergiften. Er präparierte ihre Kaffeemaschine mit dem nicht mehr zugelassenen Insektizid Parathion, auch bekannt als „Schwiegermuttergift“. Die Frau bemerkte jedoch einen seltsamen Geruch sowie eine Verfärbung und trank den Kaffee nicht.

„Es besteht kein vernünftiger Zweifel daran, dass Sie der Täter sind“, sagte der Vorsitzende Richter Rainer de Lippe in der Urteilsbegründung zum Angeklagten. Die Beweislast sei erdrückend. Der 41-Jährige hatte während des Prozesses seine Schuld bestritten.

Hintergrund der Tat war laut Gericht eine neue Beziehung des Mannes. Seine Geliebte war schwanger geworden. Der Landwirt habe den Wunsch gehabt, sein Leben mit der neuen Partnerin zu verbringen und die 38-Jährige „zunehmend als Last empfunden“.

Die Ex-Partnerin litt emotional unter der Situation und stellte Unterhaltsforderungen. In ihrem WhatsApp-Status schrieb sie: „Wer mit 40 ein Kind kriegt, ist schon ziemlich peinlich.“ Diese Bemerkung über die Schwangerschaft seiner neuen Partnerin kränkte den Mann so sehr, dass er beschloss, die 38-Jährige zu töten.

Bei der Tat hinterließ der Täter zahlreiche Spuren. In einem Brunnen fanden Ermittler das Eisenrohr mit dem Blut des Opfers, einen blauen Einmalhandschuh mit seiner DNA und ein Spültuch der Frau. Zudem hatte der Mann keinen Nachweis für seinen Aufenthaltsort zur Tatzeit.

Belastend war auch sein Online-Suchverlauf: Er hatte nach Begriffen wie „Blut rauswaschen“, „Parathion“, „Rattengift“, „Femizid“ und „wie oft Händewaschen“ gesucht. „Es gibt keinen Alternativtäter, niemanden, der auch nur ansatzweise in Betracht käme“, betonte Richter de Lippe.

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