
Todesfalle Übermüdung
Was Sie gegen Sekundenschlaf tun können
Aktualisiert am 28.11.2025 – 07:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Sekundenschlaf ist eine tödliche Gefahr im Verkehr – und weiter verbreitet als man denkt. Wie Sie ihn verhindern und warum Ihr Beifahrer eine entscheidende Rolle spielt.
Sekundenschlaf wird massiv unterschätzt: Laut der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) hat das plötzliche Wegnicken am Steuer mehr tödliche Folgen als Alkohol. Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass die Zahl der Todesopfer infolge von Sekundenschlaf mehr als doppelt so hoch liegt.
Wie die DGSM berichtet, ist jeder vierte Autofahrer schon einmal hinter dem Steuer eingenickt. Besonders Fahrten in den frühen Morgenstunden seien nach einer kurzen Nacht gefährlich: Die Reaktionszeit nach vielen Stunden ohne Schlaf verringert sich dem Angaben zufolge ähnlich wie nach dem Konsum von Alkohol. Bereits 17 Stunden ohne Schlaf beeinträchtigen das Reaktionsvermögen wie 0,5 Promille Alkohol im Blut, 22 Stunden ohne Schlaf wirken schon wie 1,0 Promille Alkohol im Blut – und Übermüdung steigert zudem die Einschlafgefahr.
Wie riskant das spontane Einschlafen ist, zeigt ein einfaches Rechenbeispiel: Wer bei Tempo 100 für nur drei Sekunden die Augen schließt, legt 80 Meter im Blindflug zurück. Kurven, Fußgänger oder andere Verkehrsteilnehmer sieht man über eine lange Strecke nicht.
Ihre Augenlider werden immer schwerer, Sie müssen häufig gähnen oder zucken vielleicht plötzlich zusammen? Sie übersehen Verkehrszeichen, schweifen gedanklich und mit den Augen ab und können das Tempo nicht halten? Wenn Sie am Lenkrad solche eindeutigen Anzeichen von Müdigkeit an sich feststellen oder sich Müdigkeit unter den Mitreisenden breitmacht, dann ist der gefährliche Sekundenschlaf nicht mehr weit.
Schlafforscher gehen davon aus, dass die gleichmäßige Atmung eines Schlafenden und dessen Bewegungslosigkeit in bestimmten Situationen eine sehr beruhigende und entspannende Wirkung auf die Menschen in der direkten Umgebung haben. Im Auto könne dieser Effekt so stark sein, dass der Fahrer davon regelrecht angesteckt wird. Monotone Etappen auf der Autobahn und Fahrten bei Nacht begünstigen diesen Effekt.
Eine solche Pause mit Powernap unterwegs lässt sich übrigens nicht mit koffeinhaltigen Getränken oder frischer Luft aus einem offenen Fenster hinauszögern, warnt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR). Müdigkeit lasse sich nicht austricksen.