„Statt ganzer Platten, die sich gegeneinander verschieben, bewegen sich in der Region kleinere Krustenschollen – quasi Blöcke innerhalb der Erdkruste. Die Abstände zwischen den einzelnen Blöcken können zwischen drei und zehn Kilometer betragen.“ Man könne sich das vorstellen wie zwei Umzugskartons, die man gegeneinander schiebt: Zwischen den Kartons bilde sich eine senkrechte Trennfläche, eine Art Spalt. Diese Fläche könne bei genügend Spannung plötzlich aufreißen – etwa durch ein Erdbeben. „Und genau hier liegt die Gefahr: Diese senkrechten Trennflächen können im Extremfall als eine Art direkter Kanal vom Erdmantel bis an die Oberfläche fungieren. Wenn sich so ein Riss bildet – etwa durch ein Erdbeben oder tektonischen Druck – kann Magma sehr schnell aufsteigen.“

Unheimlich ist aber auch eine andere Art von Erdbeben – jene, die nicht aus der unberechenbaren Tiefe des Planeten stammt, sondern von Menschenhand ausgelöst wird. Bohrungen, der Abbau von Bodenschätzen, riesige Talsperren, selbst Explosionen – all das kann die Erde zum Beben bringen. Diese sogenannte induzierte Seismizität bleibt oft unbemerkt, doch gelegentlich wird sie spürbar.

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