Noch dieses Jahr

Hessen plant Drohnenzentrum am Kassel Airport

Aktualisiert am 22.05.2026 – 12:34 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Standort für die Wartung und Standsetzung von Hubschraubern am Kassler Flughafen (Archivbild). (Quelle: IMAGO/imago)

Statt Millionenverlusten: Der Kassler Flughafen soll zum Standort für Drohnenforschung werden. Die Bundespolizei trainiere dort bereits mit Drohnen.

Das Land Hessen und die Technische Universität Darmstadt bauen am Kassel Airport in Calden (Landkreis Kassel) ein Drohnenkompetenzzentrum auf. Das Zentrum soll Forschung, Erprobung, Qualifizierung und Anwendung unbemannter Luftfahrtsysteme an einem Standort bündeln, teilte das hessische Digitalministerium mit. Die Eröffnung ist demnach noch für 2026 vorgesehen.

Das Land fördert das Projekt laut Mitteilung mit einer hohen einstelligen Millionensumme. Die Mittel stammen demnach aus dem größten hessischen Förderprogramm im Bereich der Digitalisierung, Distr@l, und dem EU-Strukturfonds (EFRE).

Strategische Weiterentwicklung des Kassel Airports

Ziel sei es, innovative Drohnentechnologien schneller in die Praxis zu überführen, hieß es. „Das Drohnenkompetenzzentrum stärkt Hessens Innovationskraft und unsere technologische Souveränität“, sagte Digitalministerin Kristina Sinemus (CDU) laut Mitteilung.

„Mit der strategischen Weiterentwicklung des Flughafens schaffen wir eine dauerhaft verfügbare Infrastruktur für moderne Drohnen- und Sicherheitstechnologien“, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende des Kassel Airport, Finanzstaatssekretär Till Kaesbach (CDU). „Dass daraus nun ein konkretes Zukunftsprojekt entsteht, ist ein starkes Signal für Innovation, Forschung und Wertschöpfung in Nordhessen.“ Zugleich zeige das Projekt, welches Potenzial in neuen, praxisnahen Nutzungsperspektiven für den Standort stecke.

Bundespolizei trainiert Umgang mit Drohnen bereits am Flughafen

Der Aufsichtsrat des Kassel Airport hatte kürzlich eine strategische Weiterentwicklung des defizitären Regionalflughafens in Nordhessen beschlossen. Dabei gehe es auch darum, bereits angestoßene Projekte im Bereich unbemannter Luftfahrt und Drohnen auszubauen und neue zu gewinnen, hieß es. Laut Mitteilung nutzt die Bundespolizei den Flughafen bereits für Trainings im Umgang mit Drohnen. „Davon unberührt ist die kommerzielle Luftverkehrsfahrt, die weiterhin Bestandteil des Flughafens sein wird.“

Der Kassel Airport macht seit seiner Eröffnung 2013 jährlich Millionenverluste. Im Jahr 2024 betrug das Defizit des Regionalflughafens knapp fünf Millionen Euro. Für 2025 sieht der Wirtschaftsplan ebenfalls einen Fehlbetrag von rund fünf Millionen Euro vor. Größter Anteilseigner des Flughafens ist das Land Hessen mit 68 Prozent. Weitere Gesellschafter sind die Stadt und der Kreis Kassel mit je 14,5 Prozent. Die Gemeinde Calden hält 3 Prozent.

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