Zimmermann erklärte, dass er sich mit weiteren Vereinen bei den Politikern „seit Monaten für Faninteressen und ein sicheres Stadionerlebnis“ einsetzt. „Da sind solche Szenen ein absoluter Schlag ins Kontor“, betonte er. Schon während der Begegnung mit zwei Unterbrechungen redeten die Dynamo-Verantwortlichen mit den leitenden Einsatzkräften der Polizei, „um erste Erkenntnisse kommunikativ auszutauschen. Diese Wahrnehmungen und Beobachtungen sind jetzt Bestandteil der grundlegenden Aufarbeitung“, hieß es in der Stellungnahme.
Die Dresdner Polizei hat mehr als ein Dutzend Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dabei geht es um Straftaten wie Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung sowie Ticketbetrug, teilte die Polizeidirektion Dresden mit. Ob Personen aus beiden Fanlagern betroffen sind, blieb zunächst unklar.
Auch die Trainer Thomas Stamm und Hertha-Coach Stefan Leitl sowie weitere Klub-Verantwortliche verurteilten die Vorfälle nach dem Spiel. Der Berliner sagte bereits unmittelbar nach dem Spiel: „Ich wurde angesprochen, was überwiegt? Ich freue mich für meine Mannschaft. Ich freue mich, dass wir das Spiel gewonnen haben, denn es geht um den Sport. Alles andere hat auf dem Fußballplatz nichts verloren. Für Fußball-Deutschland ist es schon sehr enttäuschend, was heute Abend hier leider in Dresden passiert ist“, sagte Leitl.
Dynamo-Coach Stamm war mehr als zerknirscht. Es sei alles für einen tollen Fußballabend angerichtet gewesen, sagte er. Doch nun, im Nachgang, überwiegen andere Dinge. „Jetzt stehen Dinge im Vordergrund, die nichts zu suchen haben im Fußball“, kritisierte Stamm.
Sportlich setzte sich Hertha durch. Nach dem Platzverweis gegen Berlins Josip Brekalo in der 66. Minute parierte Schlussmann Tjark Ernst einen Elfmeter von Vincent Vermeij in der 77. Minute. Marten Winkler erzwang in der 80. Minute den Treffer zum 1:0. Hertha wahrt damit seine geringen Aufstiegschancen.
