Kölner Entertainerin
Hella von Sinnen: „Alt werden ist kein Job für Feiglinge“
Aktualisiert am 19.06.2026 – 03:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Hella von Sinnen meldet sich zwei Jahre nach ihrem schweren Bühnenunfall zurück. In ihrem neuen Videopodcast spricht sie über Gesundheit, Karriere und mit einem besonderen ersten Gast.
Sie hat Verluste erlebt, die kaum jemanden kaltlassen: den Tod ihrer Mutter, den plötzlichen Tod ihres langjährigen Freundes und Lebensmenschen Dirk Bach. Doch zu Beerdigungen geht Hella von Sinnen schon lange nicht mehr. „Davon habe ich die Faxen dicke“, sagt die 67-jährige Kölner Entertainerin jetzt im Interview mit der Zeitschrift „Bunte“ und erklärt, warum.
„Im Herbst bei Regen über den Friedhof zu latschen, dazu die völlig uninspirierten Sprüche der Priester, das Schaufeln der Erde, wenn der Sarg in die Erde gelassen wird … das will ich nicht mehr“, sagt von Sinnen. Für die TV-Legende, die seit Jahrzehnten in Köln lebt, sind diese Rituale nicht Trost, sondern Belastung. „Ich finde, man muss diese deutschen Rituale nicht mitmachen.“
Hella von Sinnen hat keine Angst vor dem Tod
Stattdessen trauert die Entertainerin auf ihre eigene Weise. „Für mich bedeutet auch ein gescheiter Abschied, seine Trauerrituale alleine zu Hause zu machen – mit Kerzen, Musik, einem Foto und schönen Erinnerungen.“ Die Urne, wie bei ihrer Mutter und bei Dirk Bach – von ihr liebevoll „Dicki“ genannt – findet sie überzeugender als die klassische Erdbestattung: „Ich finde die Idee schön, den Menschen zu verbrennen, wenn er nicht mehr im Körper wohnt. Anstatt die furchtbare Vision zu haben, wie der Körper monatelang oder über Jahre hinweg verwest.“
Trotz aller Verluste hat von Sinnen keine Angst vor dem Tod. Die Kölnerin bezeichnet sich als spirituell und glaubt an ein Leben nach dem Tod. Den Tod selbst findet sie sogar spannend: „Er zeigt, dass da etwas ist, das ich noch nicht kenne.“ Was ihr dagegen Sorge bereitet, ist das Sterben selbst – „denn das kann sehr quälend und leidvoll sein – auch für andere.“
Ihre fast heitere Haltung gegenüber dem Ende des Lebens hat dabei auch eine literarische Schirmherrin: „Schon Bette Davis hat gesagt: ‚Alt werden ist kein Job für Feiglinge.‘ Dem ist einfach so.“
