Konzerte in der Krise

Helene Fischer äußert sich zu teuren Tickets


18.07.2026 – 00:02 UhrLesedauer: 2 Min.

Helene Fischer live bei einem Konzert: Sie hat gerade ihre Tournee beendet. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Robert Schmiegelt/imago)

Helene Fischer konnte nicht alle Konzerte ausverkaufen. Die Sängerin äußerte sich zu Ticketpreisen und hohen Kosten.

Helene Fischer ist gerade auf Jubiläumstournee, in München gab sie am Freitag ihr Abschlusskonzert. Ihre Tour war erfolgreich, doch auch sie konnte nicht jedes Stadion komplett füllen. In den vergangenen Wochen haben mehrere Musiker Konzerte abgesagt, weil zu wenige Tickets verkauft wurden. Die Konzertbranche steckt in der Krise. Fans machen dafür vor allem die gestiegenen Kartenpreise verantwortlich.

In den „Tagesthemen“ äußerte sich Fischer zu dem Thema der hohen Preise für Tickets, wie man sie bei der WM, aber auch bei Konzerten sieht. Auf die Frage, ob solche Events bald nur noch für Privilegierte und Wohlhabende erschwinglich seien, sagte der Schlagerstar: „In der Tat machen wir uns im Vorfeld wahnsinnig lange darüber Gedanken, auf der anderen Seite: Wir haben Hunderte von Menschen, die an so einer großen Show arbeiten“, sagte sie. Die günstigsten Tickets für die 360°-Show kosteten zwischen 71 und 90 Euro, je nach Stadt.

„Wir schaffen irgendwo auch Arbeitsplätze“, sagte sie und verwies darauf, dass die „Materialkosten immer teurer werden“. Allein in München, so die „Tagesthemen“, standen mit Fischer 20 Tänzer auf der Bühne, 200 Kilogramm Konfetti wurden verschossen, 48 Produktionslastwagen brachten das Material in die Landeshauptstadt.

  • Veranstalter rechnet mit Musikern ab: „Das macht keiner mit“
  • Show nicht ausverkauft: Veranstalter verschenkt Karten für Helene-Fischer-Konzert

„Leider hat das seinen Preis“

Sie wisse, dass viele Menschen auf ein Konzert von ihr hin sparen. Sie glaube, dass ihre Fans „das auch ein bisschen brauchen, diese Form von: ‚Ich möchte heute Abend den Alltag vergessen‘.“ Die Schlagersängerin gestand aber auch ein: „Leider hat das seinen Preis. Absolut“. Zuvor hatte sie betont, dass angesichts der vielen Krisen in der Welt ihre Konzerte auch ein Platz seien, an dem man glücklich sein kann. Fischer möchte den „Menschen die Sorgen des Alltags nehmen“. „Das brauchen die Menschen auch“, sagte sie.

Markus Krampe, der als Veranstalter von Festivals wie dem „Glücksgefühle“-Festival, „80er Live“, „Inselfieber“ und „Rainbow“ seit Jahren in der Branche tätig ist, hat im Gespräch mit „Express.de“ einen Grund für die Krise bei Konzerten genannt: Einige Künstler und ihre Managements seien zu gierig geworden. „Amerikanische Stars haben schon immer unverschämte Preise aufgerufen. Aber jetzt wollen auch deutsche Pop-Künstler, die vor wenigen Jahren 60 Euro pro Karte kosteten, 100 Euro haben. Das macht keiner mit“, sagte er.

Auch Fischer konnte nicht alle Karten für ihre Konzerte verkaufen. In München, Zürich, Köln und Dresden war noch Platz in den Stadien, Stuttgart hingegen war ausverkauft. In der Schweiz gab es für Anwohner des Stadions sogar Freikarten, offiziell eine Entschädigung für die Überschreitung der Nachtruhe bei einem vorherigen Linkin-Park-Konzert. Tourveranstalter Live Nation widersprach dem Eindruck, die Tour laufe schlecht. Die Ticketverkäufe seien „bislang erwartungsgemäß sehr gut“ verlaufen, so eine Sprecherin am Mittwoch.

Share.
Die mobile Version verlassen