Es geht um 250.000 Euro

„Unverschämtheit“: Heino verklagt AfD-Politiker


19.04.2026 – 10:44 UhrLesedauer: 2 Min.

Heino: Der Sänger möchte nichts mit der AfD zu tun haben. (Quelle: IMAGO/Andy Buenning)

In der Uckermark findet am Sonntag eine Landratswahl statt. Einer der dortigen AfD-Kandidaten wirbt für sich mithilfe des Sängers Heino – mit Folgen.

Das könnte teuer werden: Ein AfD-Politiker aus der Brandenburger Uckermark möchte Landrat werden – und wirbt damit, dass auch Heino ihn wählen würde. Das behauptete er auf den offiziellen Social-Media-Kanälen der Partei. Jetzt droht dem Landratskandidaten Felix Teichner deswegen ein juristisches Nachspiel. Denn Sänger Heino wehrt sich gegen die politische Vereinnahmung und fordert Teichner per strafbewährter Unterlassungserklärung auf, die Postings zu unterlassen und 250.000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Das berichtet die „Bild“.

Die betreffenden Postings zeigen den AfD-Mann Teichner mit schwarzer Sonnenbrille vor einer Deutschlandfahne. Dazu der Slogan: „Am Sonntag würde Heino Felix wählen!“ Außerdem heißt es in dem dazugehörigen Facebook-Posting in Anspielung auf einen der bekanntesten Heino Songs: „Am Sonntag zählt es! Ja, so blau, blau, blau blüht die Uckermark.“ Der Hit „Blau blüht der Enzian“ gehört seit 1972 zum Repertoire von Heino.

Heinos Anwalt Dirk Strohmenger teilte dem AfD-Politiker mit, dass Heino „jegliche politische Instrumentalisierung ablehnt und insbesondere Sie nicht wählen würde, wenn er denn könnte“. Dem Volksmusiker sei „ein unabsehbarer Reputationsschaden entstanden“, weil diese „Falschbehauptung“ in der Öffentlichkeit verankert bleibe. Wegen dieser Verletzung der Persönlichkeitsrechte fordert Heino jetzt eine Viertelmillion Euro.

Heino selbst wird in der „Bild“ so zitiert: „Ich empfinde es als Unverschämtheit, mich ungefragt zum Gesicht einer Partei zu machen.“ Diese Aktion gehe ihm zu weit, auch wenn er auf seiner „Made in Germany“-Tour deutsche Volkslieder singt oder die Nationalhymne. Heinos Manager Helmut Werner erklärt: „Er steht für konservative Werte, hat aber mit der AfD nichts zu tun.“

Für Felix Teichner scheint die Schmerzensgeldforderung existenzbedrohend zu sein. Er habe extra „die Aussage im Konjunktiv gehalten“, versucht sich der AfD-Mann aus der Affäre zu ziehen. „Die 250.000 Euro könnte ich nie abbezahlen“, teilt Teichner der Zeitung mit. Schon jetzt ist klar: Eine solch große Aufmerksamkeit wurde dem Landratskandidaten bisher nicht zuteil – und Heinos Klage hat den Streisand-Effekt ausgelöst. Mit dem Versuch, die unliebsame AfD-Werbung zu unterdrücken, ist sie deutschlandweit bekannt geworden.

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