Verkäufer bekanntgegeben

Geheimnis um Schabowski-Zettel nach Jahren gelüftet

Aktualisiert am 26.03.2026 – 14:41 UhrLesedauer: 1 Min.

Der „Schabowski-Zettel“ ist im Haus der Geschichte in Berlin ausgestellt (Archivbild): Jetzt ist klar, wer die Noitzen verkauft hatte. (Quelle: dpa/ Oliver Berg)

Es ist die Pressekonferenz, die das Leben von Millionen DDR-Bürgern für immer verändert hat. Jetzt wird öffentlich, was anschließend mit den Notizen von diesem historischen Tag passiert ist.

Mehr als 25 Jahre nach dem Mauerfall ist geklärt, was mit den Notizen des SED-Politbüromitglieds Günter Schabowski von der zugehörigen historischen Pressekonferenz passiert ist. Das Haus der Geschichte teilte der „Bild“ am Dienstag nach langem Rechtsstreit die Namen der Verkäufer des Dokuments mit. Die Stiftung hatte den handschriftlichen Zettel im Jahr 2015 für 25.000 Euro gekauft, seitdem ist er in Berlin ausgestellt.

Das Museum gab bekannt, dass Thomas Schalck-Golodkowski der Erstverkäufer des historischen „Schaboskwi-Zettels“ war. Er ist der Sohn von Alexander Schalck-Golodkowski, der in der DDR als Staatssekretär im Außenhandelsministerium tätig war und als wichtigster Beschaffer von Devisen galt.

Sein Sohn hat die Dokumente wiederum an den ehemaligen DDR-Bürger Uwe Krüger verkauft. Krüger habe sich dabei damals Anonymität zusichern lassen, im Kaufvertrag finde sich jedoch kein entsprechender Vermerk. Der Erstverkäufer wollte sich bei der „Bild“ nicht zum Verkauf äußern.

Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen hatte das Haus der Geschichte im vergangenen Dezember zur Auskunft verurteilt, zunächst hatte die Stiftung Revision eingelegt. Nun akzeptierte das Museum die Gerichtsentscheidung, merkt aber an, dass entsprechende Vertraulichkeitszusagen „in der musealen Praxis nicht ungewöhnlich“ seien.

Günter Schabowski ging am 9. November 1989 in die Weltgeschichte ein, als er durch die Worte „Sofort, unverzüglich“ ungewollt die Maueröffnung in Berlin herbeiführte.

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