Wenn etwa über afrikanische Mannschaften gesprochen wird, sitzen da sechs Experten, aber keiner hat Ahnung vom afrikanischen Fußball. Sie hauen Floskeln von 1950 raus: ‚Die Afrikaner sind stark und athletisch. Wir wissen, wie die Afrikaner spielen.‘ Nein! Der Kongo spielt einen anderen Fußball als Ghana, Ghana spielt einen anderen Fußball als Marokko und Marokko spielt einen anderen Fußball als die Elfenbeinküste. Wenn ihr keine Ahnung davon habt, solltet ihr nicht darüber reden.
Es fehlt also an Diversität?
Es wurden so viele Experten geholt, aber sie sind alle nur Experten für Deutschland. Mehr nicht. Dabei kommentieren sie auch andere Spiele. Die Weltmeisterschaft ist bunt, die Besetzung nicht.
Wurden Sie als Experte angefragt?
Glauben Sie, die hätten irgendjemanden angefragt, der Ahnung vom afrikanischen Fußball hat? Dann wäre die Besetzung eine andere.
Würden Sie eine solche Rolle bekleiden, wenn eine Anfrage käme?
Grundsätzlich ja. Aber es war die Intention von Magenta, ein solches Team zusammenzustellen. Es geht ihnen darum, die größten verfügbaren Deutschen zu holen, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu generieren.
Gerade Müller und Klopp versuchen es mit einem lockeren, humorvollen Ansatz. Es ist ein wenig mit dem Stil von US-Sender CBS vergleichbar, wo die Ex-Profis Thierry Henry, Jamie Carragher und Micah Richards gemeinsam mit Moderatorin Kate Scott durch Champions-League-Abende führen. Wie gefällt Ihnen das?
Da gibt es ein Problem: Müller und Klopp sind nicht so lustig wie die.
CBS hat eine bunte Mischung, jeder bringt etwas rein, sie machen alle ihre Späße. Das zeichnet das Format aus. Bei Magenta klappt das nicht, da geht es nur um Namen – nach Möglichkeit deutsche.
