Nach Anschlag in Berlin

Hamburg prüft Schutzmaßnahmen für eigenen CSD

26.07.2026 – 15:03 UhrLesedauer: 3 Min.

Eine Pride-Flagge in Hamburg (Archivbild): Die Stadt prüft die Sicherheitsmaßnahmen für die CSD-Demonstration. (Quelle: Christian Charisius/dpa-bilder)

Ein Todesopfer, Dutzende Verletzte: Ein Autofahrer steuerte sein Fahrzeug beim Berliner CSD in eine Menschenmenge. Nun zieht Hamburg Konsequenzen für seine eigenen Feierlichkeiten.

Nach dem Terroranschlag beim Berliner CSD will Hamburg die Sicherheitsvorkehrungen für seine eigenen Pride-Veranstaltungen noch einmal überprüfen. Innensenator Andy Grote (SPD) kündigte an, die Maßnahmen für den Hamburger CSD am kommenden Samstag (1. August) zu überprüfen, um ein Höchstmaß an Schutz zu gewährleisten.

Grote betonte, das Sicherheitsniveau bei Hamburger Veranstaltungen sei bereits hoch, „gerade was den Schutz vor Überfahrtaten angeht“. Dennoch würden „die Sicherheitsmaßnahmen für den CSD kommende Woche in Hamburg noch einmal sorgfältig überprüft, um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten.“

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„Das ist unerträglich“

Bürgermeister Peter Tschentscher erklärte, der Anschlag in Berlin überschatte auch den Beginn der Pride Week in Hamburg. „Die Hamburger Sicherheitsbehörden tun alles, um die CSD-Demonstration und die Veranstaltungen der Pride-Week in unserer Stadt zu schützen, damit von Hamburg auch in diesem Jahr ein starkes Zeichen der Toleranz und Vielfalt ausgehen kann“, sagte er.

Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) erklärte, sie sei „traurig und wütend“. „Meine Gedanken und mein ganzes Mitgefühl sind in diesen schweren Stunden bei der verstorbenen Person, den vielen Verletzten, ihren Angehörigen und der gesamten Community“, sagte die Umweltministerin. Dass ausgerechnet ein Fest der Liebe und Vielfalt Ziel eines mutmaßlich islamistischen Anschlags geworden sei, mache deutlich, „dass queere Menschen auch heute noch Angst haben müssen – einzig und allein deshalb, weil sie queer sind“. „Das ist unerträglich“, so Fegebank.

Gleichstellungssenatorin Maryam Blumenthal (Grüne) teilte mit, ihre Behörde stehe im engen Austausch mit der Innenbehörde, der Polizei und der queeren Community. „Wir werden alles dafür tun, dass die Teilnehmenden so frei, selbstbestimmt und sicher wie jedes Jahr demonstrieren können“, sagte sie.

Hamburg Pride steht im Austausch mit der Polizei

Zur Hamburger CSD-Parade werden am kommenden Samstag Hunderttausende Menschen erwartet. Die Pride Week hatte an diesem Wochenende begonnen. Manuel Opitz, Sprecher von Hamburg Pride, sagte, man stehe nach der Tat in Berlin im Austausch mit der Polizei. Einzelheiten nannte er nicht. „Wichtig ist, dass wir uns nicht unsichtbar machen lassen von Gewalt. Das was wir jetzt brauchen, ist der Rückhalt aus der Stadtgesellschaft“, betonte er. „Deswegen rufen wir alle Hamburgerinnen und Hamburger auf, sich am CSD zu beteiligen.“

Die Veranstalter der Hamburger Pride Week riefen nach dem Angriff zu einer Demonstration in der Hamburger Innenstadt auf. „Wir sind in Gedanken bei der Berliner Community“, hieß es in dem bei Instagram verbreiteten Aufruf. Die Kundgebung sollte an der Ecke Neuer Jungfernstieg/Lombardsbrücke stattfinden.

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