
Bei Bedarf stellt die Ärztin oder der Arzt für die Zeit nach der Hämorrhoiden-OP eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus. Wie lange die Betroffenen krank sind, ist sehr unterschiedlich. Die OP nach Milligan-Morgan oder Ferguson beispielsweise zieht eine rund ein- bis vierwöchige Arbeitsunfähigkeit nach sich.
Jede Hämorrhoiden-OP ist mit gewissen Risiken verbunden und kann – vorübergehend oder dauerhaft – zu Komplikationen führen. Insgesamt ist das Risiko für schwerwiegende Folgen aber sehr gering.
Schmerzen am After treten nach einer Hämorrhoiden-OP praktisch immer auf. Vor allem der erste Stuhlgang nach der OP ist oft sehr schmerzhaft. Manchen Betroffenen bereitet auch das Sitzen eine Zeit lang Probleme. Meist lassen sich diese postoperativen Schmerzen aber mit Schmerzmitteln gut lindern.
Zu den weiteren möglichen Komplikationen einer Hämorrhoiden-OP zählen:
Wenn eine Hämorrhoiden-OP mit Komplikationen verbunden ist, sind diese jedoch überwiegend gut behandelbar und/oder verschwinden nach einer Weile wieder.
Wer sich einer Hämorrhoiden-OP unterzieht, kommt um eine Nachbehandlung nicht herum. Deren Ziel ist es, die Wundheilung zu fördern und Beschwerden nach der Operation zu lindern.
Vor allem in den ersten vier Wochen nach der Hämorrhoiden-OP treten in vielen Fällen leichte Blutungen, Absonderungen von Flüssigkeit aus der Wunde (Wundsekretion), ein Fremdkörpergefühl und Schmerzen auf.
Gegen die teils starken Schmerzen können Betroffene Schmerzmittel einnehmen – etwa nichtsteroidale Antirheumatika wie Ibuprofen. Daneben ist eine örtliche Behandlung des Analbereichs mit einer Salbe ratsam, die als Wirkstoff Glyceroltrinitrat enthält: Das kann die postoperativen Schmerzen deutlich lindern.
Allerdings entwickeln etwa zehn Prozent der Menschen, die glyceroltrinitrathaltige Salbe anwenden, als Nebenwirkung sogenannte Nitrat-Kopfschmerzen. Um diese zu vermeiden, kommt alternativ eine örtliche Behandlung mit einem Calciumkanalblocker (wie Diltiazem) infrage, um die Schmerzen nach der Hämorrhoiden-OP zu lindern.
Eine weitere wirksame Maßnahme gegen die postoperativen Schmerzen besteht darin, für einen weichen Stuhl zu sorgen. Denn nach der Hämorrhoiden-OP ist gerade der Stuhlgang mitunter sehr schmerzhaft.
Um den Stuhl nach der Hämorrhoiden-OP weicher zu machen, können Medikamente nötig sein – wie etwa eine sieben- bis zehntägige Behandlung mit dem Abführmittel Macrogol. Auch Flohsamenschalen erleichtern die Darmentleerung. Zudem ist es wichtig, ausreichend zu trinken.
Je erfolgreicher die Schmerztherapie ist, umso leichter fällt die nach der Hämorrhoiden-OP nötige Wundbehandlung. Dazu sollten Betroffene die Wunde am After mehrmals täglich – vor allem nach jedem Stuhlgang – mit Wasser in Trinkwasserqualität reinigen: entweder durch Abduschen oder in einem Sitzbad.
Solange die Wunde nach der Hämorrhoiden-OP noch nässt, ist es zudem sinnvoll, nach der Reinigung eine klassische Wundauflage als Verband zu verwenden – bei Bedarf mit einer Salbe. Sogenannte moderne Wundauflagen wie etwa Alginate oder Hydrokolloide sind jedoch nicht zu empfehlen.
Übrigens ist eine weiche Stuhlkonsistenz nicht nur nach einer Hämorrhoiden-OP wichtig, sondern kann womöglich auch helfen, einem Hämorrhoidalleiden vorzubeugen. Darum empfehlen Fachleute grundsätzlich, sich ballaststoffreich zu ernähren und genug zu trinken. Weitere Tipps gegen Hämorrhoiden lauten: regelmäßig körperlich aktiv sein, starkes Übergewicht abbauen und beim Stuhlgang nicht zu stark pressen.